Wut und Proteste in Los Angeles

Polizei erschießt schwarzen Radfahrer bei Verkehrskontrolle

A protester holds a sign with a picture of Dijon Kizzee, who died after being shot by deputies of the Los Angeles Sheriff's Department on Monday, Aug. 31, 2020, in Los Angeles, Calif. (AP Photo/Christian Monterrosa)
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CM, AP, Christian Monterrosa

Dijon Kizzee rannte vor den Polizisten davon

In den USA wurde erneut ein Schwarzer bei einer Polizeikontrolle erschossen. Die Beamten in Los Angeles (US-Bundesstaat Kalifornien) hielten einen Radfahrer an, weil er gegen eine Verkehrsregel verstoßen haben soll. Laut der Polizisten sei der Mann geflohen, habe eine Polizisten geschlagen und habe „eine Bewegung“ nach einer Waffe gemacht, wie der Sender „ABC“ berichtete. Am Ende starb Dijon Kizzee durch Polizeischüsse.

Dijon Kizzee soll 20 mal in den Rücken geschossen worden sein

Der 29-Jährige starb offenbar durch mehr als 20 Schüsse in den Rücken, wie der Anwalt der Familie sagte. Nach ersten Erkenntnissen floh er zu Fuß vor den Polizisten. Als die Beamten in schließlich stellten, schlug er einen Polizisten ins Gesicht und ließ dann eine Jacke fallen, in der sich eine halbautomatische Waffe befunden habe.

Der Anwalt der Familie erklärte, Kizzee habe die Waffe nicht aufgehoben. Laut Zeugen sei er mit leeren Händen gestorben. Er bat nun öffentlich darum, ihm Videos von dem Vorfall zu schicken. Gegen welche Verkehrsregel der Mann verstoßen haben soll, wurde nicht bekannt.

Debra Ray, aunt of Dijon Kizzee, is embraced by family members as people protest against the shooting of Dijon Kizzee by Los Angeles sheriff's deputies, in Los Angeles, California, U.S., September 1, 2020. REUTERS/Patrick T. Fallon
Protest against the shooting of Dijon Kizzee by Los Angeles sheriff's deputies
/dn, REUTERS, PATRICK T. FALLON

"Black Lives Matter"-Bewegung demonstriert in Los Angeles

Eine Zeugin berichtete dem Sender ABC, dass Kizzee panisch zu ihr gelaufen sei, als sie gerade ihr Auto abgestellt hatte. Er habe ihr Geld geboten, wegfahren zu dürfen und immer wieder gesagt: „Sie kommen mich holen“. Weil die Frau nicht gewusst habe, wovor der Mann floh, habe sie ihm ihr Auto nicht zur Verfügung stellen wollen.

Nach den tödlichen Schüssen auf den jungen Mann gab es in Los Angeles Proteste. Die Familie von Kizzee veranstaltete eine Mahnwache und macht der Polizei schwere Vorwürfe. „Er war ein netter, liebevoller junger Mann“, sagte seine Tante zu ABC. „Er hatte sein ganzes Leben noch vor sich, aber diese Schurken-Sherriffs habe es einfach beendet.“

In den vergangenen Monaten hatten mehrere Fälle Schlagzeilen gemacht, bei denen die Polizei in den USA brutal gegen Schwarze Verdächtige vorgegangen war. Es gab gewaltige Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt aus.