Wegen Corona überfüllt

Los Angeles: Krankenhäuser lehnen Patienten mit geringen Überlebenschancen ab

Sanitäter liefern einen Patienten in das staatliche Krankenhaus in Los Angeles ein.
Sanitäter liefern einen Patienten in das staatliche Krankenhaus in Los Angeles ein.
© dpa, Damian Dovarganes, DD lop

05. Januar 2021 - 13:33 Uhr

Schlimme Situation für Sanitäter und Ärzte

Das Thema beschäftigt die Bürgerinnen und Bürger von Los Angeles im US-Bundesstaat Kalifornien seit Dezember. Immer mehr Menschen infizieren sich mit dem Coronavirus, immer mehr Krankenhäuser müssen dicht machen, weil sie keine Kapazitäten mehr haben. Kranke Patienten werden einfach abgewiesen, Sanitäter sollen Menschen mit geringen Überlebenschancen Sauerstoff verweigern.

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Sauerstoff sparen, Patienten abweisen

Erst am Sonntag meldete sich die Leiterin des Gesundheitswesens von Los Angeles bei "CBS Los Angeles" zu Wort. Marianne Gauscher-Hill versicherte, niemand werde abgewiesen, wenn er dringend medizinische Hilfe benötige. Wer ins Krankenhaus gehöre, werde auch eingeliefert.

Jetzt kursiert ein Schreiben bei Twitter, das Gauscher-Hills Aussagen unglaubwürdig aussehen lässt. Darin zu lesen: Es sollen nur Patienten großer Überlebenschance ins Krankenhaus gebracht werden, damit man Sauerstoff sparen könne. Derzeit bestehe ein Problem mit den Sauerstoff-Lieferketten, berichtet "The Denver Channel". Es fehlen an Materialien wie Kanistern und Röhren.

Patienten, die man nicht am Einsatzort wiederbelebt werden könnten, sollen demnach für tot erklärt werden, um freie Krankenhausbetten zu schaffen.

1.000 Todesfälle pro Tag erwartet

77 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona wurden am Montag in Los Angeles gemeldet. Doch: Die tatsächliche Zahl könnte höher gewesen sein. Durch die Feiertage habe man womöglich eine hohe Dunkelziffer. Man rechne bald mit mehr als 1.000 Todesfällen pro Tag.