Triebwerksproblem kurz nach dem Start in Los Angeles

Mehr als 40 Verletzte: Flugzeug lässt Treibstoff über einer Grundschule ab

15. Januar 2020 - 9:14 Uhr

Warum geschah das Manöver über bewohntem Gebiet?

Eine Delta Airlines-Maschine hat kurz nach dem Start in Los Angeles Treibstoff über bewohntem Gebiet abgelassen. Das Kerosin landete auch auf dem Spielplatz einer Grundschule. Über 40 Menschen wurden dabei leicht verletzt, mindestens die Hälfte davon waren Schüler. ​

Kerosin abgelassen, um sicher landen zu können

Feuerwehrmänner gewähren Eltern den Zugang zur Park Avenue Grundschule
Zwei Klassen einer Grundschule befanden sich zu dem Zeitpunkt außerhalb des Schulgebäudes.
© dpa, Scott Varley, SRV pat

"Es fühlte sich an wie Regen", berichtete ein Schüler "CNN". Wie amerikanische Medien unter Berufung auf einen Feuerwehrsprecher berichten, seien zwei Klassen einer Grundschule zu dem Zeitpunkt außerhalb des Schulgebäudes gewesen. Die Schule befindet sich etwa 20 Kilometer östlich des Flughafens. Die betroffenen Personen seien mit leichten Verletzungen wie Atemwegs- und Hautreizungen davongekommen. Keiner der Verletzten musste in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Eines der Kinder berichtete dem CNN: "Es kam in meine Augen und dann sah ich verschwommen".

Ein Triebwerksproblem hatte den Piloten gezwungen, zum Flughafen zurückzukehren. Bei einem solchen Manöver wird das Kerosin vor der Landung abgelassen, um Gewicht zu reduzieren. Das Flugzeug war am Dienstagmittag abgehoben wenige Minuten darauf wieder zum Flughafen zurückgekehrt. Die Flugsicherung weist den Piloten in solchen Fällen ein entsprechendes Gebiet zu, oft muss aber blitzschnell reagiert werden. Jetzt wird untersucht, ob der Pilot das Kerosin wirklich über bewohntem Gebiet ablassen musste.

„Fuel Dumping“: Enthaltene Benzol ist hochgiftig

Kinder verlassen eine Schule und bedecken Nase und Mund
Das im Kerosin enthaltene Benzol ist hochgiftig und krebserregend. Das sogenannte „Fuel Dumping“ ist daher umstritten.
© dpa, Scott Varley, SRV pat

Wie viel Kerosin beim "Fuel Dumping" verdunstet und wie viel auf dem Boden aufkommt, ist umstritten. Auch in Deutschland kommen derartige Manöver in Notsituationen immer wieder vor. Die Mindesthöhe dafür liegt bei 1.830 Metern.

Fest steht: Das im Kerosin enthaltene Benzol ist hochgiftig und krebserregend. Anwohner wurden für die nächsten Stunden gebeten ihre Fenster geschlossen zu halten.