Loris Karius verstärkt Jürgen Klopps Finaltrauma: Real Madrid gewinnt erneut die Champions League

Der Kelch (Henkelpott) ging an ihm vorüber: Liverpool-Coach Jürgen Klopp.
Der Kelch (Henkelpott) ging an ihm vorüber: Liverpool-Coach Jürgen Klopp.
© Getty Images, Bongarts, km

26. Mai 2018 - 23:25 Uhr

Liverpools Herzstück Mohamed Salah verletzt raus

Real Madrid schreibt weiter Champions-League-Geschichte. Im Finale in Kiew bezwangen die Königlichen den FC Liverpool mit 3:1 (0:0) und setzten sich zum dritten Mal in Folge die Krone auf. Zwei Mega-Patzer von LFC-Keeper Loris Karius und ein Traum-Fallrückzieher von Gareth Bale reichten den biederen Spaniern zum Sieg gegen die Mannschaft von Teammanager Jürgen Klopp, die ab der 30. Minute ohne Shootingstar Mohamed Salah (verletzt) auskommen musste und fortan nie wieder ganz sie selbst wurde. 

Klopps Finalbilanz: Sieben Endspiele - sechs Niederlagen

Klopps unglaublicher Finalfluch derweil hält an: Der Teammanager der Reds hat seit dem DFB-Pokal-Sieg mit Borussia Dortmund 2012 nun sechs große Endspiele in Folge verloren, darunter  das Champions-League-Finale gegen die Bayern 2013. Karim Benzema (51.) nach einem Monster-Lapsus von Karius und Super-Joker Bale (64./83.) besiegelten die bittere Niederlage der Briten, die sich bis zur letzten Minute nicht in ihr Schicksal ergaben und Real heftig ins Taumeln brachten. Sadio Mane (55.) glich zwischenzeitlich aus.

Salah unter Tränen raus

Die Reds spielten vor 63.000 Zuschauern zunächst rotzig, angstfrei und giftig in die Spitze. Mehrfach mussten die Real-Verteidiger in der Anfangsviertelstunde zum letzten Mittel greifen: einem Befreiungsschlag, dem Ronaldo leicht frustriert hinterher sprintete. Querpässe landeten im Aus.

Dennoch bekam der Weltfußballer seine erste Chance: Sein Schuss aus spitzem Winkel flog knapp über das Tor von Karius (15.). Auf der anderen Seite tauchte Keylor Navas bei einem verdeckten Schuss von Trent Alexander-Arnold blitzartig ab (24.). Liverpool versuchte, Real zu überrennen: Salah, Roberto Firmino und Mane wirbelten. Was dann folgte, war für Liverpool der größtmögliche Schock. Reals Innenverteidiger Sergio Ramos hakte sich im Fallen rechts bei Salah ein, er krachte heftig auf den ägyptischen Nationalhelden, der sich dabei extrem schmerzhaft an der linken Schulter oder am Schlüsselbein verletzte und unter Tränen den Platz verließ (30.). Wenige Minuten später hatte Real den Ausfall von Dani Carvajal zu beklagen.​

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Karius patzt dramatisch

Salahs Verletzung hatte ungleich mehr Einfluss auf die Balance des Spiels. Liverpool fand bis zur Halbzeit nicht mehr statt, hatte zudem bei einem Abseitstor Benzemas (43.) Glück. Der Franzose hatte nach einer glänzenden Karius-Parade gegen Ronaldo den Ball ins Tor geschoben. Direkt nach der Halbzeitpause traf Isco die Querlatte (48.).

Karius servierte Real die Führung auf dem Silbertablett. Der frühere Mainzer wollte den Ball nach dem Abfangen eines langen Passes zu seinem Mitspieler rollen, Benzema hielt den Fuß dazwischen - 0:1.

Erstaunlicherweise befreite das Gegentor Liverpool aus der Schockstarre, Mane schlug umgehend zurück. Bales individuelle Extraklasse machte schließlich den Unterschied aus. Liverpool kämpfte vergeblich: Mane (70.) traf nur den Pfosten. Karius' zweiter Fehler nach einem Fernschuss Bales bedeutete das Aus.

Kroos: "Es ist Wahnsinn"

Für Reals Topstar Ronaldo war es bereits der fünfte Triumph in der Königsklasse, Toni Kroos holte den Henkelpott mittlerweile viermal. "Es ist Wahnsinn, jedes Mal aufs Neue wieder", sagte Kroos im ZDF. Real-Coach Zinedine Zidane gewann die Königsklasse zum dritten Mal als Trainer. So viele CL-Triumphe hatte zuvor nur Carlo Ancelotti eingefahren. Insgesamt brachte Real zum 13. Mal den wichtigsten Titel im Vereinsfußball nach Hause.