Jahreswechsel in der Corona-Krise

London sagt Silvesterfeuerwerk ab - droht das auch bei uns?

Silvester in London wird in dieser Form 2020 nicht stattfinden!
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18. September 2020 - 16:38 Uhr

Londons Bürgermeister sagt Feuerwerk an der Themse ab

2020 dürften sich besonders viele Menschen wünschen, dass das Jahr endlich zu Ende geht. Wegen des Coronavirus waren die letzten Monate von Lockdown, Einschränkungen, erschütternden Zahlen an Infizierten und Todesopfern, wirtschaftlichen Krisen und weiteren weltweiten Folgen geprägt. Ein solches Jahr an Silvester endlich hinter sich lassen zu können und auf ein frohes Neues anzustoßen – dass haben wir uns wahrlich verdient. Aber wie kann Silvester in der Corona-Krise überhaupt aussehen? Das Verbot von Großveranstaltungen gilt noch mindestens bis zum 31. Dezember. Heißt das, dass Feuerwerk und Silvesterpartys in den großen deutschen Städten abgesagt werden müssen?

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In London soll "nichts los sein"

In London hat Bürgermeister Sadiq Khan die Neujahrssause nun abgesagt. Das große Feuerwerk am London Eye am Ufer der Themse wird zu Silvester 2020/21 nicht stattfinden. "Ich kann Ihnen bereits sagen, dass es an diesem Silvester nicht so ein Feuerwerk geben wird wie in den vergangenen Jahren", sagt er gegenüber LBC. "Wir können es uns einfach nicht leisten, die Anzahl an Menschen zusammenkommen zu lassen, die sich normalerweise an Silvester ansammeln."

Dazu sei es wichtig, dass nicht nur das Feuerwerk abgesagt wird, sondern auch ansonsten in London "nichts los ist". "Wir versuchen zu vermeiden, dass die Leute einen Grund haben, herzukommen."

Es werde an einer Lösung gearbeitet, die die Menschen sicher von ihrem Wohnzimmer aus über den Fernseher genießen könnten. Genaueres könne er dazu aber noch nicht sagen. Auch in Rio wurde die große Silvesterfeier mit Feuerwerk bereits abgesagt – keine große Überraschung bei den Infektionszahlen in Brasilien. Aber wie sieht es bei uns in Deutschland aus?

In vielen deutschen Städten noch keine Entscheidung getroffen

Silvester in Berlin
Wenn Silvester in Berlin stattfindet, wird es vermutlich nicht so voll sein wie sonst!
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Ganz so voreilig wie in London ist man hierzulande scheinbar noch nicht. In Köln ist laut einer Pressesprecherin momentan noch nichts abgesagt. Ob und wenn ja wie die größte deutsche Silvesterparty am Brandenburger Tor in Berlin stattfinden wird, steht ebenfalls noch nicht fest. Auf "Berlin.de" sollen in Kürze mehr Informationen folgen.

In St. Peter-Ording an der Nordsee ist das Silvesterfeuerwerk dagegen bereits abgesagt. Auch auf der Ostsee-Insel Usedom, wo jedes Jahr tausende Menschen feiern, werde es dieses Silvester anders ablaufen.

Allerdings müssen wir uns wohl noch ein bisschen gedulden, wie sich die Infektionszahlen im Herbst und Winter weiter entwickeln, bevor es klare Entscheidungen gibt. Mit großen, gedrängten Partymeilen sollte man in diesem Jahr aber eher nicht rechnen.

Größere Corona-Gefahr durch Feuerwerkskörper?

Jedes Jahr wieder gibt es Petitionen, die das Silvesterfeuerwerk verbieten lassen wollen. Dies soll der Umwelt zugute kommen, die durch die hohe Feinstaubbelastung in dieser Nacht gefährdet ist, aber auch Haustiere schonen, die sich oft wegen der lauten Geräusche ängstigen.

Eine Petition auf "Weact.campact.de" führt darüber hinaus auch Corona als Grund an, weswegen auch privates Feuerwerk verboten werden sollte. Der Grund: In einigen Studien hätte sich gezeigt, dass Feinstaub schwerere Covid-19-Verläufe begünstigen kann. Ist da etwas dran?

"Das ist Schmarrn", glaubt RTL-Medizinexperte Dr. Christoph Specht. Zwar stehe Feinstaub tatsächlich in Verbindung mit schweren Covid-19-Erkrankungen, doch dies gelte eher für Menschen, die den feinen Partikeln langfristig ausgesetzt sind. "Wer wegen Corona künstlich beatmet wird, steht nicht an Silvester in der Stadt auf der Straße", gibt Dr. Specht außerdem zu bedenken. Auf dem Land ist es mit dem Feuerwerk ja schon viel weniger problematisch.

Wie es also mit öffentlichen Silvesterfeiern und dem Feuerwerk in Deutschland aussieht, bleibt abzuwarten. Wir halten Sie natürlich auf dem Laufenden. Hier können Sie lesen, ob und wie in der Corona-Zeit Weihnachtsmärkte stattfinden können.