Geplatzter Anschlagsversuch am Buckingham-Palast

Mann nach Schwertangriff zu lebenslanger Haft verurteilt

London - Queen-Victoria-Memorial
© picture-alliance/ ZB, Thomas Eisenhuth

10. Juli 2020 - 12:21 Uhr

Anschlagsversuch vor Buckingham-Palast

Ein Moment, an den Queen Elizabeth mit Sicherheit nicht gerne zurückdenkt: Vor zwei Jahren hielt ein bewaffneter Uber-Fahrer vor dem Buckingham-Palast in London und verletzte mit einem Schwert mehrere Polizisten. Nun wurde der Täter zu lebenslanger Haft verurteilt.

Zwei Polizisten wurden leicht verletzt

Sommer 2017: Kurz vor dem Beginn des großen Straßenkarnevals wurde ein damals 26-jähriger Uber-Fahrer nahe des Buckingham-Palastes von einem Polizeifahrzeug gestoppt. Als drei Polizisten auf ihn zugingen, zückte er ein 1,20 Meter langes Schwert. Zwei Polizisten erlitten leichte Schnittverletzungen. Die Beamten setzten ihn danach mit Tränengas außer Gefecht und nahmen ihn fest.

Lebenslange Haft für Buckingham-Palast-Angreifer

Mohiussunnath Chowdhury.
Mohiussunnath Chowdhury.
© Metropolitan Police

Am Donnerstag (9. Juli) wurde der heute 29-jährige Mohiussunnath Chowdhury aus Luton nun wegen Terrorplänen zu lebenslanger Haft (Minimum 25 Jahre) verurteilt. Das gibt die Metropolitan Police in einer Pressemitteilung bekannt. Er soll terroristische Propagandavideos verbreitet und eine Anleitung zur Durchführung eines Terrorakts auf seinem Handy gehabt haben.

Zuvor wurde eine Anklage wegen Terrorismus zunächst fallengelassen, der 29-Jährige kam im Dezember 2018 frei. Vier Ermittler freundeten sich jedoch kurz nach seiner Haftentlassung mit ihm ab, sie gaben sich als vermeintliche Extremisten aus. Bei der Planung von Anschlägen auf Touristenattraktionen in London konnte er schließlich überführt werden: Mohiussunnath Chowdhury gestand, dass er eine Waffe kaufen will und einen Angriff auf belebte Plätze in der britischen Hauptstadt sowie die LGBT-Parade Pride plant.

Seine Schwester war in die Terrorpläne eingeweiht

Auch Chowdhurys 25 Jahre ältere Schwester war in seine Terrorpläne eingeweiht: Weil sie sich nicht an die Polizei gewendet hat, wurde auch sie für schuldig befunden. Die Strafmaßverkündung steht noch aus.

Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, hat die britische Polizei indes vier weitere Männer wegen des Verdachts der Planung von "Terrorakten" festgenommen. Drei Verdächtige im Alter von 17, 27 und 31 Jahren wurden im Osten Londons, ein weiterer 32-Jähriger in der mittelenglischen Grafschaft Leicestershire gefasst, so Scotland Yard.