Männergruppe wollte, dass die beiden sich küssen

London: Lesbisches Paar wird im Bus verprügelt

Melania Geymonat und ihre Freundin wurden im Nachtbus in London zusammengeschlagen.
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08. Juni 2019 - 18:01 Uhr

Sie wollten mit dem Bus nach Hause

In einem Nachtbus in London wurde ein lesbisches Paar regelrecht zusammengeschlagen - von einer Gruppe Männer. Eine der Frauen, die 28-jährige Melania Geymonat, postete auf Facebook ein Bild von sich und ihrer Freundin nach der Attacke. Beide sind blutverschmiert im Gesicht und auch ihre Kleidung ist voller Blut. Mit dem Post will sie auf die unglaubliche Gewalt gegen sich und ihre Freundin aufmerksam machen. Die Polizei sucht nach Zeugen der Attacke.

Männer schlugen die Frauen zusammen

Melania und ihre Freundin Chris waren auf dem Weg nach Hause - sie nahmen in der Nacht einen der berühmten Londoner Doppeldecker-Busse und setzen sich nach vorn. Melania schreibt in ihrem Facebook-Post, dass sie sich nicht mehr genau daran erinnere, aber sie habe wohl ihre Freundin kurz geküsst, bevor die Männer auf sie zukamen. Insgesamt sollen es mindestens vier Männer gewesen sein: "Sie fingen an sich wie Hooligans zu benehmen. Forderten uns auf, wir sollen uns küssen, damit sie es genießen können uns zuzusehen."

Sie versuchte wohl die Situation zu entschärfen und fing an Witze zu machen, damit die Männer sie in Ruhe lassen. Ihre Freundin habe sich unwohl gefühlt. Die Männer hörten aber mit ihren Beleidigungen und Belästigungen nicht auf: "Sie fingen an Münzen nach uns zu werfen und schaukelten sich immer weiter hoch."

Als nächstes erinnert sie sich laut ihres Posts daran, dass Chris mit den Männern kämpft. In einem Impuls springt sie auf und will ihrer Freundin helfen - das Einzige was sie sieht ist, ihre Freundin von drei Männern geschlagen wird und blutet. Danach bekommt sie selbst Schläge ab und stürzt. Dann erinnert sich nur noch daran, dass der Bus anhält, sie blutend am Boden liegt und die Polizei da ist. Bevor die Männer geflohen sind, nahmen sie auch die Taschen der beiden Frauen mit.

Sie will an die Öffentlichkeit, damit so etwas nicht mehr passiert

Mit ihrem Post will Melania Aufmerksamkeit schaffen: "Was mich am wütendsten macht ist, dass Gewalt eine verbreitete Sache geworden ist. Ich bin es leid als sexuelles Objekt gesehen zu werden, dass diese Situationen normal sind und das homosexuelle Freunde geschlagen werden - einfach nur so."

Sie konnte seither nicht mehr zur Arbeit gehen und weiß immer noch nicht, ob ihre Nase gebrochen ist. "Wir müssen verbale Belästigung und chauvinistische, frauenfreundliche und homophobe Gewalt aushalten, weil so etwas passiert, wenn du für dich einstehst", schreibt die 28-Jährige weiter.

Sie hofft, dass im Juni, im "LGBT Pride Month", solche Verbrechen angesprochen und öffentlich gemacht werden, damit das nicht mehr passiert. Der Juni steht für die LGBT Community - in dem viele Veranstaltungen und Paraden gefeiert werden, um für die Community mehr Gerechtigkeit und Gleichberechtigung zu fordern.

Die Polizei bestätigte den Vorfall und sucht jetzt nach Zeugen, die das Ganze beobachtet haben.