Lokführer werfen Bahn Verzögerungstaktik vor

GDL-Chef Claus Weselsky wirft der Deutschen Bahn vor, die Tarifverhandlungen bewusst in die Länge zu ziehen.
© dpa, Maurizio Gambarini

27. Februar 2015 - 12:39 Uhr

"Das Ziel: kein Ergebnis"

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat der Deutschen Bahn vorgeworfen, die Tarifverhandlungen bewusst in die Länge zu ziehen. Gewerkschaftschef Claus Weselsky kritisierte vor der nächsten Verhandlungsrunde Äußerungen von Bahnchef Rüdiger Grube, der eine Zwangsschlichtung ins Gespräch gebracht hatte.

"Das klingt ganz danach, dass die Bahn wieder nicht weiter verhandeln und Ergebnisse erzielen will", sagte Weselsky. "Das Ziel ist: kein Ergebnis." Die Gewerkschaft argwöhnt, die Bahn wolle sie hinhalten, bis ein geplantes Gesetz zur Tarifeinheit Fakten schafft.

Grube hatte im Interview der 'Frankfurter Allgemeinen Zeitung' seinerseits der Gewerkschaft Blockade vorgeworfen und zur Frage der Zwangsschlichtung gesagt: "Ich bin kein Freund von Zwang. Wenn Sie allerdings einen Tarifpartner dabei haben, der partout nicht abschließen will, der also die Tarifautonomie gar nicht wahrnehmen will, dann gibt es nur noch eine Möglichkeit, um Kunden und Mitarbeiter zu schützen."

Die GDL fordert fünf Prozent mehr Geld und eine Stunde weniger Wochenarbeitszeit - nicht nur für Lokführer, sondern auch für weitere Beschäftigte wie Zugbegleiter und Bordgastronomen, für die bislang die größere Eisenbahn- und Vekehrsgewerkschaft (EVG) verhandelt. Die Bahn will in getrennten Verhandlungen mit beiden gleiche Ergebnisse erzielen. Weselsky warf dem Konzern vor, er wolle die GDL mit der EVG "gleichschalten".