Wie lange halten Kinder und Eltern diese Situation noch aus?

Lockdown "hinterlässt Spuren in Körper und Seele bei Millionen von Kindern und Jugendlichen“

Studien zeigen: Der Lockdown belastet die Lernentwicklung und die soziale Situation vieler Kinder.
Studien zeigen: Der Lockdown belastet die Lernentwicklung und die soziale Situation vieler Kinder.
© deutsche presse agentur

28. April 2021 - 15:51 Uhr

Große Koalition verhandelt über Förderprogramm für Kinder und Jugendliche

Homeschooling, Wechselunterricht, Präsenzunterricht – für Eltern und Kinder sind die Corona-Regeln eine große Herausforderung. Hinzu kommen die sozialen Einschränkungen: Freunde treffen und Sportvereine sind schon lange tabu. Die große Koalition verhandelt derzeit über ein Förderprogramm für Kinder und Jugendliche. Studien zeigen bereits: Der Lockdown belastet die Lernentwicklung und die soziale Situation vieler Kinder.

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Auswirkungen des Lockdowns

Kinder leiden aufgrund des Lockdowns unter psychischen Belastungen und Lerndefiziten. Das ist das Ergebnis einer Studie aus München. Für die Studie wurden rund 2.000 Eltern befragt, wie ihre Kinder die Schulschließungen Anfang des Jahres verbracht haben. Doch auch für Eltern ist der Spagat zwischen Homeschooling und Homeoffice eine große Herausforderung. Besonders mit Kleinkindern und Kindern im Grundschulalter erleben viele eine enorme Doppelbelastung.

Für die Hälfte der Schüler stellte das Zuhausebleiben eine große psychische Belastung dar. Ein knappes Drittel der Eltern berichtete, ihr Kind habe während des Lockdowns wegen Bewegungsmangel zugenommen. Für 76 Prozent der Kinder war es eine große Belastung, nicht wie gewohnt ihre Freunde treffen zu können. Die Schüler lernten außerdem im Schnitt drei Stunden weniger als an einem Schultag vor Corona und verbrachten die Zeit lieber mit Fernsehen, Computerspielen und ihrem Smartphone.

Was fehlt sind die geregelten Strukturen – der Kontakt zu Mitschülern und die Unterstützung von Lehrern beim Lernen. Nur 26 Prozent der Schüler hatten täglich gemeinsamen Online-Unterricht, 39 Prozent hatten dies nur maximal einmal pro Woche. "Darum ist es auch jetzt noch absolut wichtig und angebracht zu sagen: Wir sollten eigentlich versuchen, dass alle Kinder, die im Homeschooling sind, Online-Unterricht haben," sagte Ludger Wößmann, Leiter des Ifo-Zentrums für Bildungsökonomik. Es sei Aufgabe der Politik, für verbindliche Konzepte für einen täglichen, verbindlichen Online-Unterricht zu sorgen, wenn Schulen geschlossen sind.

Corona-Aufholpaket für Kinder und Jugendliche geplant

Die große Koalition verhandelt derzeit über ein Förderprogramm in Höhe von rund zwei Milliarden Euro für Kinder und Jugendliche. Ursprünglich war geplant, das Programm am Dienstag im Kabinett auf den Weg zu bringen. Weil es noch Abstimmungsbedarf zwischen Union und SPD gibt, wurde der Beschluss auf voraussichtlich nächsten Mittwoch verschoben.

Mit dem Geld sollen zur Hälfte Nachhilfe- und Förderprogramme für Schüler in den Ländern unterstützt werden. Außerdem sollen soziale Programme unterstützt werden, um die sozialen und psychischen Krisenfolgen für Kinder und Jugendliche abzufedern.

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Auch Lewe wies neben dem Problem von Lernrückständen auf "gravierende" Einschränkungen im Alltag von Kindern und Jugendlichen hin: fehlende Treffen mit Freunden, ausfallendes Training im Sportverein und unsichere Zukunftsaussichten. "Das hinterlässt Spuren in Körper und Seele bei Millionen von Kindern und Jugendlichen."

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