Pläne der Bundesregierung

Merkel will Öffnungsstrategie noch im März - und DAS soll dabei helfen

26. Februar 2021 - 8:43 Uhr

Öffnungen mit Hilfe von Tests

Noch im März soll Deutschland in einem Stufenplan wieder öffnen. Möglich sein soll das laut Kanzlerin Merkel mit der Hilfe von Selbst-Tests, die in Apotheken verkauft werden. Also schon wieder weg vom Mantra der 35er Marke? Wie zuverlässig die Selbst-Tests aus der Apotheke sind, haben wir im Video getestet.

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Öffnungsstrategie kommt im März

Bundeskanzlerin Angela Merkel pocht für mögliche Lockerungen von Corona-Beschränkungen auf deutlich mehr Tests. "Eine intelligente Öffnungsstrategie ist mit umfassenden Schnelltests, gleichsam als Freitesten, untrennbar verbunden", sagte sie der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" am Donnerstag. Damit weicht sie selbst das erst kürzliche gesteckte Ziel der 35er-Marke auf. Die Selbsttests könnten als "Puffer" eingesetzt werden, um Öffnungen trotz höherer Fallzahlen zu erlauben.

Dafür müssten noch offene Fragen geklärt werden. "Wie lange es dann dauert, bis ein solches System installiert ist, kann ich auf den Tag genau noch nicht sagen. Es wird aber im März sein."

Merkel betonte, grundsätzlich könne ein Schnelltest zeigen, "dass jemand an genau dem Tag nicht infiziert ist, oder umgekehrt, dass jemand, obwohl noch symptomlos, bereits infiziert und auch ansteckend ist." Alle Menschen mit Symptomen sollten ohnehin PCR-Tests machen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat am Mittwoch zugesichert, dass die ersten drei Schnelltests bereits in Deutschland verfügbar seien.

Kein Zeitplan "auf dem Reißbrett"

Trotz der Massentests könne man aber keine genauen Öffnungsdaten nennen, erklärte Merkel. "Über grundsätzliche Abläufe, Priorisierungen und ein auch regional differenzierteres Vorgehen" könne man aber sprechen, sagte sie der "FAZ". Generell gebe sie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mit seiner Absage an einen konkreten Zeitplan recht. "Es kann und wird nicht den einen Plan mit exakten Daten gleichsam wie auf dem Reißbrett geben", sagte Merkel. "Wir müssen immer flexibel sein." Unabhängig von konkreten Terminen wolle sie eine Reihenfolge erarbeiten, "unter welchen Voraussetzungen welcher Bereich geöffnet werden kann und soll".

Einen entsprechenden Plan hatte sie bereits am Montag in der CDU-Präsidiumssitzung vorgestellt. Er sieht Öffnungsschritte in drei verschiedenen Strängen vor. "Ein Strang betrifft die Frage, wie man die derzeit strengen persönlichen Kontaktbeschränkungen lockern kann", so Merkel. "Ein zweiter Strang betrifft den Bildungsbereich, um auch die höheren Klassen in die Schulen zurückzuholen und Berufsschulen sowie Universitäten wieder zu öffnen. Ein dritter Strang betrifft die Geschäfte, Restaurants und Hotels, Kultureinrichtungen und den Sport in Gruppen." Am 3. März soll Kanzleramtschef Helge Braun mit den Ländern, die teils auch eigene Öffnungspläne beschlossen haben, ein gemeinsames Vorgehen abstimmen.

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Bis zu 9,5 Millionen Impfdosen sollen pro Woche verimpft werden

Die Kanzlerin versprach zudem, die Corona-Impfungen würden sich jetzt immer weiter beschleunigen. "Wir sprechen im Augenblick darüber, wie es logistisch gelingt, in einer Woche 7,5 bis 9,5 Millionen Dosen zu verimpfen." Die Impfzentren schafften das nicht allein.

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Dazu würden noch niedergelassene Ärzte gebraucht. Mit Blick auf Zweifel am Mittel von Astrazeneca sagte Merkel, dies sei "ein zuverlässiger Impfstoff, wirkungsvoll und sicher". Er sei durch die Europäische Medizinagentur zugelassen und in Deutschland für Menschen unter 65 Jahren empfohlen. Die Unterschiede der drei in Deutschland zugelassenen Impfstoffe können Sie hier im Detail nachlesen.

Nicht nur in Deutschland geht das Impfen nur schleppend voran, auch andere europäische Länder haben Probleme. Nun wollen die EU-Staaten unter anderem über eine schnellere Zulassung der Mittel in der EU beraten. Die Produktion und die Lieferungen sollen gesteigert werden. Von den Herstellern erwarte man die Erfüllung von Zusagen, schrieb Ratschef Charles Michel in seinem Einladungsbrief zum Gipfel am Donnerstag. Dort berät sich Merkel ihren EU-Kollegen zur weiteren Impfstrategie.

Quelle. DPA/Reuters

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