Loblied auf die Weihnachtsweisen: Gottesdienste zum Fest

Ein Adventskranz steht in der Kirche beim Gottesdienst in einer evangelischen Kirche. Foto: Peter Gercke/zb/Archivbild
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23. Dezember 2019 - 15:30 Uhr

Bischof Tilman Jeremias hat die Bedeutung der christlichen Weihnachtsbotschaft von Hoffnung und Nächstenliebe hervorgehoben. "Eine Ahnung macht sich breit, dass das Leben so viel schöner und reicher sein könnte, wenn wir mehr aufeinander achteten, uns bewegen ließen vom Leid anderer Menschen und vom Ächzen der Schöpfung unter unserer Ausbeutung", heißt es in der Botschaft des Sprengel-Bischofs für Mecklenburg und Pommern der Evangelisch-Lutherischen Nordkirche. Jeremias predigt am Heiligen Abend um 17.00 Uhr in der Christvesper im Greifswalder Dom St. Nikolai.

Nach seinen Worten ist es gerade die Weihnachtsmusik, die den Blick öffnet über die eigene kleine Welt hinaus und auf besondere Art die Sehnsucht nach einer friedlichen Welt belebt. So seien am Sonntag erstmals im Rostocker Ostseestadion 10.000 Menschen zusammengekommen, um Weihnachtslieder zu singen. "Wo sonst Fangesänge zu hören sind, aber auch schon einmal der Gegner oder der Schiri geschmäht werden, erklingt am vierten Advent "Stille Nacht" und "O du fröhliche". Weihnachtliche Gänsehautmomente im Fußballtempel", konstatiert Jeremias.

Und auch die klassischen Bläserkonzerte in der Vorweihnachtszeit seien immer gut besucht. "Die Musik, diese alten Melodien, geben den Menschen etwas, sie rühren sie an, erinnern sie an die eigene Kindheit und wecken ihre Sehnsucht nach einer friedlichen Welt", betonte der Bischof. Nirgends sei diese Sehnsucht so stark wie an Weihnachten. Die Erzählung von der Geburt Jesu in ärmlichen Verhältnissen, die alten Weihnachtslieder und das Kerzenlicht öffneten das Innere.

Die Kirchen in Mecklenburg-Vorpommern erwarten zu den Weihnachtsfeiertagen wieder den größten Besucherzustrom des ganzen Jahres. Allein zu den landesweit rund 1300 Christvespern an Heiligabend rechnet die evangelische Kirche nach eigenen Angaben mit rund 200.000 Besuchern. Viele Kirchen, darunter die Dom-Gemeinden in Schwerin und Greifswald, laden zu gleich mehreren Veranstaltungen bis in die Nacht hinein ein. Wie ein Sprecher der Nordkirche mitteilte, gestalten die 320 evangelischen Pastoren im Land in 400 Kirchengemeinden rund 1300 Christvespern, häufig sind darin Krippenspiele eingebettet.

Auch die Gottesdienste an den Feiertagen selbst werden erfahrungsgemäß von deutlich mehr Gläubigen wahrgenommen als zu anderen Zeiten. Am Mittwoch, dem ersten Weihnachtstag, predigt Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt im Dom zu Schwerin. Auch die im Nordosten weniger Mitglieder zählende katholische Kirche lädt ihre Anhänger zu zahlreichen Weihnachtsgottesdiensten ein. Darunter sind Andachten und Festmessen in der Dreifaltigkeitskirche in Stralsund, der St. Jakobus-Kirche in Grimmen oder in der Kirche St. Anna in Schwerin geplant.

Quelle: DPA