Livia Kerps Jugend-Kolumne: Wir sind Generation Smartphone – und das ist nichts Schlimmes

Livia Kerp ist 16 Jahre alt und bloggt seit 2015.
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01. August 2018 - 10:45 Uhr

Von Livia Kerp

Vor 22 Jahren, also am 15. August 1996, kam mit dem Nokia 9000 Communicator das erste Smartphone auf den Markt. Es sah noch etwas anders aus als die heutigen modernen Modelle, aber der Grundgedanke war schon der gleiche. Für uns Jugendliche ist das Smartphone eine ganz normale Sache. Wir sind die erste Generation, die mit dem Smartphone aufgewachsen ist. Und ich kann nur sagen, dass ich trotzdem einen normalen Schulalltag habe, gerne Sport treibe und sogar Freunde habe.

Smartphones bieten unzählige Möglichkeiten

Für mich als Jugendliche ist das Smartphone ja viel mehr als nur ein Handy. Es ist meine Musikanlage, Informationsquelle, mein Lexikon, Fernsehersatz und natürlich auch ein Kommunikator. Ich höre gerne zur Entspannung Musik, oder auch einfach nur unterwegs im Bus. Was mit dem Smartphone und einer App wie Spotify kein Problem ist. Denn ich habe hier eine unbegrenzte Auswahl, stelle mir einfach meine Lieblingslieder zusammen oder entdecke Songs aus sämtlichen Jahrzehnten.

Oder ich sehe mir über Youtube einen Comedian an, suche Informationen über ein chemisches Projekt oder ganz einfach nach Lösungen. Und die Vorteile einer WhatsApp-Gruppe sind doch auch kein Geheimnis mehr. Innerhalb unserer WhatsApp-Klassengruppe wurde zum Beispiel schon einigen geholfen, bestimmte Hausaufgaben nicht zu vergessen. Auch die richtige App zum passenden Sport kann sehr motivierend sein, um seine Ziele zu erreichen.

Abhängigkeiten sind kein Phänomen der heutigen Zeit

Besonders in der älteren Generation gibt es Befürchtungen, dass das Smartphone ein sozialer Killer ist. Das ist definitiv nicht so. Der soziale Kontakt untereinander ist viel intensiver, weil er auch einfacher ist – durch das Netzwerk, das jeder einzelne mit aufbaut. Natürlich gibt es immer wieder Jugendliche als negatives Beispiel. Grenzüberschreitungen, Abhängigkeiten, Spielsucht oder Einzelgänger hat es, denke ich, immer schon gegeben, in jeder Generation. Das ist mit Sicherheit kein Phänomen der heutigen Zeit.

Für mich persönlich hat das Smartphone noch einen anderen Vorteil: Es war noch nie so einfach, an Nachrichten zu kommen. Vielleicht wäre mein Blog sonst auch nicht so politisch, wie er jetzt ist. Nicht nur die Vergangenheit, sondern auch die Situation in einigen totalitären Ländern zeigt doch, wie wichtig es ist, an Informationen zu kommen. Deshalb sage ich: Wir sind Generation Smartphone – und das ist nichts Schlimmes!

Livia Kerp ist Jurymitglied beim "Jugendwort des Jahres"

Das sagt die Autorin über sich: "Ich bin Livia Kerp, 16 Jahre, und blogge seit 2015. Ich war Jurymitglied zum "Jugendwort des Jahres" in den Jahren 2016 und 2017. Auch 2018 werde ich dabei sein. Mein LiviaJosephine-Magazin soll dich einerseits zum Nachdenken animieren, aber andererseits auch zu deiner Unterhaltung dienen. Meine Hauptthemen sind gesellschaftliche Themen aus der Politik, aus dem Bereich der Unterhaltung und aus meiner Heimatstadt München."