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Live-Ticker: Becker-Prozess wegen Insolvenzverschleppung wird unterbrochen!

RTL war live vor Ort

Live-Ticker: Becker-Prozess wegen Insolvenzverschleppung wird unterbrochen!

Boris Becker auf dem Weg zum Southwark Crown Court in London am 29. März 2022.
Freundin Lilian und Boris Becker auf dem Weg zum Gericht. Er würdigte die Kamera eines kurzen Blickes.
RTL

Seit dem 21. März steht Boris Becker (54) in London im Southwark Crown Court vor Gericht . Es geht um Insolvenzverschleppung. Der Tennis-Star muss sich dem Vorwurf stellen, er habe im Zuge seines Insolvenzverfahrens Teile seines Vermögens – es soll um Millionen gehen – nicht ordnungsgemäß aufgeführt. Im schlimmsten Fall drohen ihm sogar bis zu sieben Jahre Haft. RTL-Reporterin Katharina Delling und ihr Kollege Ulrich Oppold warren beim Prozess live vor Ort: Wegen Corona-Erkrankungen ist der Prozess vorerst unterbrochen. Es gehe frühestens ab dem 4. April weiter.

Alle wichtigen Entwicklungen gibt es im News-Ticker, sobald der Prozess neu aufgenommen wurde.

Der Prozesstag am 30. März endet in Unterbrechung des Verfahrens

Am 30. März hatte die Staatsanwältin Boris Becker weiter befragen wollen. Doch das Verfahren nahm am Mittwoch einen ungewöhnlichen Ausgang:

  • 11:29 Uhr Die Richterin, der Verteidiger und die Staatsanwältin werden einzelne rechtliche Fragen Montagmorgen ohne Geschworene klären. Für heute ist der Prozess beendet.
  • 11:22 Uhr Staatsanwältin Rebecca Chalkley wollte ihre Befragung fortsetzen, aber zwei Juroren sind an Covid erkrankt, deshalb unterbricht Richterin Deborah Taylor den Prozess, das Verfahren wird frühestens um 14.00 Uhr am Montag, 4. April, fortgesetzt. Da alle zwölf Geschworenen in einem Raum zusammen beraten hatten, müssen alle erst negativ getestet sein, bis der Prozess weitergehen kann.
  • 11.00 Uhr Prozessbeginn im Southwark Crown Court in London
  • 10.30 Uhr Boris Becker und Freundin Lilian de Carvalho Monteiro kommen am Gericht an. Er würdigt die RTL-Kamera lediglich eines kurzen Blickes. Der Tennis-Star trägt einen dunkelblauen Anzug mit grauer Jacke und einem karierten Schal, den er auch die Tage zuvor trug.

Über das Ergebnis wird final eine Jury entscheiden. Fakt ist: Einen Promi-Bonus für die Tennis-Legende gibt es nicht!

Im Video: RTL-Reporterin Katharina Delling schätzt ein, wie es weitergeht

Wird ein Urteil im Becker-Prozess erwartet? RTL-Korrespondentin in London
01:40 min
RTL-Korrespondentin in London
Wird ein Urteil im Becker-Prozess erwartet?

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Zusammenfassung des Prozesstages am Montag, 29. März

Am Dienstag, 29. März, ging es etwa um sein Elternhaus in Leimen, als dessen Inhaber Becker eingetragen war - ohne sein Wissen, wie er beteuert. Auch andere Immobilien wurden erwähnt, hier war der Star-Sportler sich nach eigenen Angaben ebenfalls nicht über die Besitzverhältnisse im Klaren. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei Konten. Dass seine Eltern 1989 in seinem Namen ein Konto eröffnet hatten? „Ich war damit beschäftigt, um die Welt zu reisen und Tennis zu spielen“, sagte Becker. Warum er in Belgien drei Konten einer US-Bank besaß, weiß er nicht zu sagen. Vermutlich seien die im Rahmen einer Werbepartnerschaft eröffnet worden.

Insolvenzverwalter Mark Ford hätte auch gerne mehrere Auszeichnungen von Becker. Der Tennisstar entziehe die Pokale dem Zugriff, wirft ihm die Anklage vor. Das bestreitet Becker. Er wisse einfach nicht, wo die Trophäen stehen. Überhaupt handle es sich ja dabei gar nicht um die Originale, die er nach dem Finale noch auf dem Platz in die Hände gedrückt bekam. Agenten oder Betreuer erhielten eine meist deutlich kleinere Replikafassung, erzählte Becker. Er selbst sei schon wieder auf dem Weg zum nächsten Turnier gewesen. „Die Trophäen selbst waren mir nicht wichtig“, berichtete er. Für ihn sei der Titel an sich wichtiger gewesen. Nun bedauere er diese Sicht. Sollte er die Pokale wiederfinden, werde er sie sofort abgeben, versicherte er.

Zusammenfassung des Prozesstages am Montag, 28. März

Um 12 Uhr am 28. März war es soweit: Boris Becker wurde in den Zeugenstand gerufen. Er wirkte nervös, als sein Anwalt der Jury Hintergrundinfos über sein Leben preisgab: Es geht um Umzüge, Hochzeiten, Scheidungen , Kinder und seine finanzielle Situation und finanzielle Verpflichtungen. Thema war auch die Arbeit, der er nach seiner Tennis-Karriere nachging. Becker war als Sport-Experte und Testimonial für zahlreiche Firmen tätig. Der 54-Jährige sagte in Englisch aus, dass er nie seine Verträge gelesen und keinen Zugang zu seinen Bank-Konten gehabt habe und selbst Bargeld sei von seinen Agenten an ihn als Taschengeld rausgegeben worden . Sein Agent und sein Büro habe sich um alles gekümmert, so Becker. Zitat: „My role was to practice and play tournaments“ (zu dt.: „Meine Rolle war es, zu trainieren und Turniere zu bestreiten!“)

Außerdem ging es um Geld, das sich der Tennis-Star geliehen hatte. Beckers Anwalt versuchte aufzuzeigen, dass der Sportler dadurch, dass sich immer andere in seiner aktiven Karriere um seine Finanzen und sein Leben gekümmert haben, er eine Gewohnheit dafür entwickelt habe und dadurch nicht über seine Finanzen Bescheid wusste. Ferner wollten sie aufzeigen, dass er durch die Kinder und Scheidungen finanzielle Verpflichtungen an unterschiedliche Menschen hatte.

Boris Becker beantwortete geduldig die Fragen seines Anwalts bezüglich Immobilien, die er dem Insolvenzverwalter verschwiegen haben soll. Auch die Grundschuld auf das Haus seiner Mutter und dass er von einer Wohnung in Leimen kommen zur Sprache. Er behauptete vor Gericht, dass „er nicht wusste, dass ihm sein Elternhaus in Leimen gehört“. (rsc/rla/dpa)