Theatermacher

Littmann trauert den kleinen Kinos auf dem Kiez nach

Bandenkriege, Zuhälter, Rocker, Peep-Shows - die Reeperbahn der 80er-Jahre war nicht unbedingt ein Ort des leichten Vergnügens für Jedermann. Theaterchef Corny Littmann hat trotzdem etwas aus der Zeit, das er heute noch vermisst.

Wenn sich Theaterchef Corny Littmann (69, Schmidt-Theater) an die Reeperbahn der 80er-Jahre erinnert, wird er nur mit Blick auf eine Sache nostalgisch. Das Einzige, was ich vermisse, was wirklich verloren ist, ist die Kinokultur. Es gab unzählige kleine Kinos hier, sagte Littmann der Hamburger Morgenpost. Darüber hinaus war der Kiez seiner Meinung nach nicht der beste Ort zum Leben. Es wird ja oft gesagt: Der Kiez war doch in den 80er Jahren so schön, so romantisch, wir wollen den alten Kiez wiederhaben. Ich habe in den 80er Jahren auf dem Kiez gelebt. Da gab es unzählige Peep-Shows. Bandenkriege. Wollt ihr das wirklich wiederhaben?

Das berühmte Kult-Viertel wandele sich über die Jahrzehnte immer wieder und sei auch im Moment in Bewegung. Littmann fürchtet, dass derzeit vor allem die kleinen Kneipen besonders unter Druck stehen, weil die Kunden immer mehr sparen müssen. Ein «Elbschlosskeller, ein Goldener Handschuh wird bestehen können, aber viele kleine Lokale in der unmittelbaren Umgebung, die werden nicht überleben. Das wird ein heftiger Schlag für die Kiez-Kultur.»