Stoffwechselerkrankung Lipödem

Krankenkassen übernehmen künftig Fettabsaugung für schwer kranke Frauen

Bei besonders kranken Frauen müssen künftig Krankenkassen zahlen

Diese Nachricht ist für viele Frauen, die an Lipödem leiden, eine große Erleichterung. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen bei sehr schweren Fällen der Stoffwechselerkrankung Lipödem im Stadium 3 künftig eine medizinische Fettabsaugung. Dies genehmigte der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen (G-Ba) am Donnerstag in Berlin.

Fettabsaugung nur, wenn sonst nichts hilft

Die Übernahme der Kosten für eine Fettabsaugung kommt aber nur in Frage, wenn zuvor konservative Therapien nicht angeschlagen haben. Im Januar hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verkündet, dass die Krankenkassen die Kosten fürs Fettabsaugen bei schwerem Lipödem übernehmen sollten. Das stieß im zuständigen Ausschuss zunächst aber auf Widerstand - bis jetzt.

Die Stoffwechselerkrankung Lipödem betrifft nahezu ausschließlich Frauen und führt zu krankhaftem Fettgewebewachstum an den Armen und Beinen, was unter anderem mit starken Schmerzen einhergeht.

Neue Kassenleistung voraussichtlich ab Januar 2020

Der G-Ba geht aktuell davon aus, dass die Maßnahme etwa ab Januar 2020 Kassenleistung wird, für zunächst etwa fünf Jahre bis Ende 2024. Bis dahin sollen Ergebnisse einer generellen wissenschaftlichen Studie zu Nutzen und Risiken vorliegen. Sie soll dann als Basis für alle Stadien der betroffenen Erkrankung dienen.