Dietmar Bartsch befürwortet Verlängerung des Corona-Locksdowns

"Kaum möglich, auf die Juli-Zahlen zu kommen"

Der Fraktionschef der Linken, Dietmar Bartsch
Der Fraktionschef der Linken, Dietmar Bartsch
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23. November 2020 - 11:20 Uhr

Fraktionsvorsitzender von "Die Linke": Verkaufsverbot von Böllern "machbar"

Der Fraktionsvorsitzende der Partei "Die Linke" im Bundestag, Dietmar Bartsch, hält es derzeit für unrealistisch, die Corona-Infektionszahlen auf das Sommer-Niveau zu drücken. "Ich glaube auch, dass es kaum möglich sein wird, auf die Juli-Zahlen zu kommen. Das ist absurd. Wenn man sich die Länder anschaut, die an Deutschland grenzen, da sind die Zahlen überall viel höher", sagte Bartsch in der Sendung "Frühstart" von RTL/ntv.

Bartsch sagte jedoch, dass eine Verlängerung des Teil-Lockdowns sinnvoll sei, wie in einer Beschlussvorlage der Bundesländer angekündigt. "Wenn die Experten meinen, dass das geschehen muss und wenn man sich die Zahlen ansieht, dann gibt es glaube ich keinen Grund zu sagen, dass man das nicht tut", sagte Bartsch. Dass Schulen und Kitas geöffnet bleiben sollen, sei wiederum ein "ganz wichtiger Punkt."

Ein geplantes Verkaufsverbot von Böllern zu Silvester, halte Bartsch für machbar: "Wenn nicht geknallt werden kann, dann ist das so. Dann können wir das hinnehmen. Da sehe ich kein Problem." Trotzdem gehe Bartsch davon aus, dass in Großstädten an Silvester geböllert würde: "Ich garantiere Ihnen, dass über Berlin auch geknallt wird."

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Dietmar Bartsch kritisiert Ministerpräsidenten-Konferenz

Der Linken-Politiker erneuerte auch seine Kritik an der Ministerpräsidenten-Konferenz, die am Mittwoch erneut tagen soll. Bartsch sagte: "Wenn am gestrigen Tag in allen Medien zu lesen ist, wie der Entwurf aussieht, dann finde ich das sehr wohl problematisch. Ich bin Fraktionsvorsitzender einer Oppositionspartei im Deutschen Bundestag und ich würde darüber gerne reden."

Die Diskussion darüber gehöre in den Bundestag und nicht "in Gremien, die überhaupt keinen verfassungsmäßigen Rang haben. Und da war beim letzten Mal ein Höchstmaß an Unprofessionalität." Weiter kritisierte Bartsch das Auftreten des Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU): "Wenn Herr Söder schon vorab mitteilt, dass er sich Maskenpflicht für alle wünscht. Ehrlich gesagt: Der möge sich um Bayern kümmern und nicht immer Hinweise geben in alle anderen Länder, was zu tun ist."

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