Linke: Gesundheitsämter-Personalausstattung ist zu gering

Simone Oldenburg, die Fraktionsvorsitzende der Linken im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
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16. Juli 2020 - 18:30 Uhr

Angesichts des bevorstehenden Schulstarts in Mecklenburg-Vorpommern fordert die Linke eine personelle Aufstockung der Gesundheitsämter im Land. "Wenn sich Lehrkräfte sowie Erzieherinnen und Erzieher präventiv testen lassen können, stellt sich die Frage, wie dies in der Praxis aussehen soll. Bei rund 500 Schulen und weit mehr als 1000 Kitas im Land wird das von den chronisch unterbesetzten Gesundheitsämtern nicht zu bewältigen sein", prognostizierte die Vorsitzende der Linksfraktion im Landtag, Simone Oldenburg, am Donnerstag in Schwerin. Die Ämter seien schon heute nicht in der Lage, ihre gesetzlichen Aufgaben wie etwa schulärztliche Untersuchungen durchzuführen.

Das Land müsse zudem gewappnet sein, falls es zu einer zweiten Infektionswelle kommen sollte. Auch deshalb sei es höchste Zeit, die Gesundheitsämter personell so zu verstärken, dass sie Corona-Tests im erforderlichen Umfang durchführen können. Die vom Land geplante Teststrategie für Schulen und Kitas sei außerdem nicht ausreichend. "Erforderlich ist eine Strategie für alle Bereiche", mahnte Oldenburg die Landesregierung.

In seiner Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion teilte das Gesundheitsministerium mit, dass in den von der Kassenärztlichen Vereinigung zugelassenen Laboren in Mecklenburg-Vorpommern derzeit Kapazitäten für bis zu 3900 Tests täglich zur Verfügung stehen. "Testbegrenzend" sei aber auch die Verfügbarkeit von Abstrichröhrchen und Verbrauchsmaterialien. "Zwar ist aktuell und auch in der Vergangenheit die mehrheitliche Beschaffung/Versorgung durch die Labore selbst erfolgt, jedoch sind die Materialien nach wie vor nicht in "lagerfüllenden" Mengen beschaffbar", heißt es in dem Antwortschreiben. Eine Testung symptomatischer Patienten und deren Kontaktpersonen zur Isolierung und gegebenenfalls erforderlichen medizinischen Versorgung sei mit den aktuellen Laborkapazität zum PCR-Nachweis von SARS-CoV-2 in Mecklenburg-Vorpommern derzeit sicher leistbar, versicherte das Ministerium.

Quelle: DPA