Linke enttäuscht über Mindestlohn-Empfehlung, CDA zufrieden

Sabine Zimmermann. Foto: Jörg Carstensen/dpa/Archivbild
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30. Juni 2020 - 18:42 Uhr

Die Linken halten die Empfehlungen für einen moderaten Anstieg des Mindestlohns für völlig unzureichend. "Armutslöhne müssen der Vergangenheit angehören. Von Arbeit muss man leben können", sagte die Zwickauer Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Mindestlöhne würden nur die untere Grenze markieren, um die schlimmsten Auswüchse zu verhindern: "Darüber hinaus gehende Tariflöhne müssen der Regelfall sein." Die Tarifbindung müsse wieder steigen, die Allgemeinverbindlicherklärung von Tarifverträgen erleichtert werden. Zimmermann forderte eine Anhebung des Mindestlohnes auf 12 Euro.

Der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland soll in vier Stufen bis zum 1. Juli 2022 von derzeit 9,35 Euro auf 10,45 Euro steigen. Das empfiehlt die zuständige Kommission in einem am Dienstag in Berlin vorgelegten Beschluss.

Die Linken im Sächsischen Landtag sprachen von einem "schlechten Scherz". "Wer in Vollzeit arbeitet, muss sich und die Familie ernähren und im Alter oberhalb der Armutsgrenze leben können. Das ist nicht zu viel verlangt", erklärte der Abgeordnete Nico Brünler. Für ihn sind 13 Euro pro Stunde das Mindeste.

Die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) begrüßte dagegen die Mindestlohn-Empfehlung. "Arbeitgeber und Gewerkschaften haben einen guten Kompromiss gefunden", sagte der sächsische CDA-Landeschef Alexander Krauß.

Quelle: DPA