Nach Krebsschock

Linas neue Hand funktioniert mit Künstlicher Intelligenz

7. November 2019 - 18:02 Uhr

Nach Krebsdiagnose verliert Lina ihre Hand

Vor rund einem Jahr bekommt die 19-jährige Lina Wolf die Schocknachricht: Ihre Hand muss amputiert werden. Die junge Frau leidet an einer seltenen Krebsform, die ihr Handgelenk angreift. Im letzten November werden ihr dann die rechte Hand und Teile des Unterarms abgenommen. Mal eben nach einer Flasche greifen oder eine Nachricht am Handy tippen: auf einmal ist das nicht mehr so einfach möglich.

Eine neue technische Erfindung hat jetzt, fast ein Jahr nach Linas Amputation, ihr Leben aber völlig verändert. Eine Handprothese, die mithilfe von Künstlicher Intelligenz von Lina lernt. Die beeindruckenden Bilder und Linas Geschichte, sehen Sie im Video.

Prothese erkennt Bewegungsmuster

Lina Wolf Handprothese nach Amputation
Trotz Handicap möchte Lina später vielleicht als Grafikerin arbeiten.
© Ottobock, Marco Moog

Nur 34 Menschen tragen die neuartige Prothese bisher. Ältere Prothesen konnten meist durch das kurzzeitige Anspannen zweier Muskelgruppen bedient werden.

Die neuartige, sogenannte "Myo Plus Prothese" erkennt die Bewegungsmuster einfach selbst.

Und das funktioniert so:

Möchte ein Mensch seine Hand bewegen, sendet das Gehirn Signale an die Muskulatur im Unterarm. Auch nach einer Amputation bleibt die gedankliche Vorstellung der Hand im Gehirn meist angelegt. Amputierte können sich weiterhin gedanklich vorstellen, ihre Hand zu schließen. Dabei wird die verbliebene Muskulatur im Stumpf aktiviert. Aber es fehlt das entsprechende Organ, um die Handbewegung auszuführen.

Und da kommt Linas neue Prothese ins Spiel. Mit acht Elektroden misst diese, Muskelbewegungen im Unterarmstumpf und ordnet diese bestimmten Handbewegungen zu. Die Prothese führt die Bewegungen dann aus. Mit einer App kann Lina außerdem die Prothesensteuerung kontrollieren. Möchte sie neue Bewegungsmuster einfügen, kann sie diese einfach in der App programmieren.