Libyen: Schiff holt fast 900 Menschen aus Misrata heraus

13. Februar 2016 - 14:38 Uhr

Aus der seit Wochen belagerten und umkämpften Hafenstadt Misrata im Westen Libyens sind fast 900 Menschen mit einem Schiff in Sicherheit gebracht worden. Das teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) in Genf mit. An Bord befänden sich rund 800 in Libyen gestrandete Gastarbeiter vor allem aus afrikanischen Ländern, etwa 50 verletzte Bewohner Misratas, einige internationale Ärzte und rund 20 Journalisten. Die Schiff nahm Kurs auf die Rebellen-Hochburg Bengasi im Osten Libyens.

Die 'Red Star One' hatte seit dem 30. April vor der Stadt vor Anker gelegen, weil die Hafeneinfahrt vermint war. Die Nato hatte die Einfahrt des Schiffes in den Hafen zunächst nicht freigegeben, so dass rund 1.000 Menschen seit Tagen auf ihre Ausreise warten mussten. Der Seeweg ist der einzige Zugang zu der heftig umkämpften Stadt. Die IOM hat nach eigenen Angaben seit Anfang April bisher insgesamt sechs Transporte über das Meer organisiert und etwa 6.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Etwa 2.000 Tonnen Hilfsmittel wurden in die belagerte Stadt gebracht.