RTL-Terrorismus-Experte: Deutsche Behörden wissen Bescheid

Libanesische Hisbollah lagerte Ammoniumnitrat in Süddeutschland

05. August 2020 - 22:43 Uhr

Chemische Substanz soll Explosion verursacht haben

Bei der Explosion am Dienstagnachmittag in der libanesischen Hauptstadt Beirut gibt es tausende Verletzte, über 100 Menschen starben bisher. Die gewaltige Detonation soll durch eine sehr große Menge Ammoniumnitrat ausgelöst worden sein, welches im Hafen gelagert worden war. Genau auf diese hochexplosive chemische Substanz hatte die libanesische Hisbollah-Miliz auch in Deutschland Zugriff. Wie der RTL-Terrorismus-Experte Michael Ortmann im Video erklärt, wurde das gefährliche Material in Süddeutschland inzwischen gefunden und vernichtet.

Mehrere 100 Kilogramm in Süddeutschland gefunden

Deutsche Behörden sollen bereits vor Monaten von dem israelischen Geheimdienst Mossad gewarnt worden sein, dass die Hisbollah mehrere hundert Kilogramm Ammoniumnitrat in Lagerhäusern in Süddeutschland aufbewahrt. Das berichtete die Zeitung "The Times of Israel" bereits Anfang Mai. Die Nachricht ging demnach vor dem Verbot der Miliz im April diesen Jahres an die deutschen Behörden. Israelische Geheimdienste sollen die Informationen in monatelanger Arbeit aufgedeckt haben, wie "Welt" berichtet.

Seit 2013 als Terrororganisation eingestuft

Seit April 2020 sind sämtliche Aktivitäten der Hisbollah in Deutschland verboten. Bereits seit 2013 ist der militärische Flügel der Partei von der EU  als Terrororganisation eingestuft. Stiftungen, Moscheen und andere zivile Einrichtungen durften in Deutschland trotzdem noch bis vor Kurzem geöffnet bleiben. Der Verfassungsschutz schätzt die extremistische Anhängerzahl der Hisbollah in Deutschland auf 1050. Die Hisbollah "Partei Gottes" wird für zahlreiche Anschläge auf israelische, amerikanische und jüdische Ziele verantwortlich gemacht.