Bayerns Topstürmer fehlen Führungspersönlichkeiten

Lewandowski: Außer Neuer und mir ist da nichts

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9. November 2019 - 13:38 Uhr

Lewy kann auch nicht alles alleine machen

Robert Lewandowski hat pünktlich zum Liga-Gipfel gegen den BVB sein Team verbal destabilisiert. Dem Stürmer, der den FC Bayern mit seiner sagenhaften Trefferquote von 14 Toren in 10 Bundesliga-Spieltagen quasi als Alleinunterhalter wettbewerbsfähig hält, fehlen Führungspersönlichkeiten auf dem Platz. Nur er und Nationaltorwart Manuel Neuer könnten den Laden nicht zusammenhalten, klagt er. Der Zeitpunkt der Kritik ist eher suboptimal. Heute Abend (ab 18.30 Uhr hier im Live-Ticker) steht im zweiten Spiel unter Interimscoach Hansi Flick gegen Borussia Dortmund nicht nur das Prestige-Duell im deutschen Oberhaus auf dem Programm, sondern es geht auch um den unmittelbaren Anschluss an die Tabellenspitze.

Es kann nicht ein Spieler alle führen

"Eine Achse, die nur aus Neuer und Lewandowski besteht, ist zu wenig", sagte der Pole in der 'SZ'. "In jedem Mannschaftsteil, in jeder Linie sollte es einen Anführer geben: Torwart, Abwehrspieler, einer aus dem Mittelfeld, einer aus der Offensive, das wäre perfekt. Es kann nicht ein Spieler alle führen, das ist zu viel, das ist unmöglich", so der 31-Jährige, der auf dem Platz "Kommandos" vermisst.

Keine Lust zu reden?

A. Vidal, P. Lahm, R. Lewandowski und F. Ribery (l-r). Foto: Peter Kneffel
Das waren noch Zeiten: Geballte Führungskraft mit Arturo Vidal, Philipp Lahm, Robert Lewandowski und Franck Ribéry (von linke nach rechts).
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Und genau da liegt für Lewandowski der Hase im Pfeffer. "Die jungen Spieler sind natürlich noch etwas zurückhaltend, oder sie haben mit der Sprache ein Problem. Aber ich weiß, dass zwei, drei Monate in einem Land reichen, um Kommandos geben zu können! Das muss man auch erwarten können!"

Lewandowski stellt die These auf, dass die junge Spielergeneration mehr Ansagen bräuchte, weil sie das aus den Nachwuchsakademien so kenne. "Wenn du Vorgaben von Trainern von klein auf gewohnt bist, verlierst du die individuellen Sachen, das eigene Denken." 

Heutzutage hätten die jungen Spieler "ein bisschen Angst zu sprechen, vielleicht ist es auch: keine Lust", bemerkte Lewandowski: "Das ist eine Generation, die schreibt viel SMS, die kommuniziert viel im Internet, sie telefoniert weniger. Das ist einfach eine andere Kultur."