Hebammenmangel im Klinikum Leverkusen

Übers Wochenende macht der Kreißsaal quasi dicht

Der Kreißsaal muss an Wochenenden geschlossen bleiben.
© dpa, Jens Kalaene, jka dna uj

05. Dezember 2019 - 17:12 Uhr

Geburtshelfer fehlen

Am Wochenende geschlossen: Der Kreißsaal des Klinikums Leverkusen ist ab kommendem Samstag bis zum darauffolgenden Montag nur eingeschränkt besetzt. Wie schon bei einem ähnlichen Fall in Emden fehlen Hebammen. Werdende Eltern sollen auf andere Kliniken ausweichen. In "dringenden Fällen" sei eine Entbindung im Klinikum Leverkusen aber sichergestellt.

"Es geht um die Sicherheit von Mutter und Kind"

Es sei das erste Mal, dass die Klinik einen solchen Schritt gehe, sagt die Sprecherin des Klinikums. Es handele sich aber nicht um ein dauerhaftes Problem: "Es sind akute, kurzfristige Ausfälle. Kolleginnen sind krank oder selber schwanger und deshalb nicht arbeitsfähig." Die Unterbesetzung im Klinikum sei aber schon an andere Geburtskliniken in der Umgebung kommuniziert. Werdende Eltern stehen in Leverkusen am Wochenende also nicht ohne ärztlichen Schutz da.

Der Entschluss, das Schritt öffentlich zu machen, ist ungewöhnlich, aber: "Es geht in erster Linie um die Sicherheit von Mutter und Kind." Deshalb sollen die Schwangeren frühestmöglich darüber in informiert werden.

Kein neues Problem

Wie die Pflege leidet auch der Bereich der Geburtshilfe enorm unter mangelndem Personal. Genaue Zahlen, wie viele Fachkräfte fehlen, gibt es nicht. Der Deutsche Hebammenverband erhebt dazu keine Zahlen. Laut statista.de gab es im Jahr 2017 in Deutschland rund 24.000 Hebammen und Entbindungspfleger.

Im Video kritisiert eine Hebamme die Bedingungen, unter denen werdenden Mütter häufig ihre Kinder zur Welt bringen müssen.