Lärmschutzwand vor dem Küchenfenster?

Für neue Spur der A3: Doppelhaus in Leverkusen soll halbiert werden

Von diesem Doppelhaus soll bald nur noch die Hälfte stehen.
Von diesem Doppelhaus soll bald nur noch die Hälfte stehen.
© Ralf Krieger (Ralf Krieger (Photographer) - [None], Ralf Krieger

26. April 2021 - 12:46 Uhr

Leverkusener Haushälfte soll Autobahn weichen

Kann man ein Doppelhaus zur Hälfte abreißen? Geht's nach den Plänen für den Ausbau der A3, ist das kein Problem. Denn in Leverkusen soll die eine Hälfte eines 1936 gebauten Hauses weichen, die andere jedoch stehen bleiben und abgestützt werden. Die Bewohner würden dann direkt neben einer meterhohen Lärmschutzwand leben, wie der "Kölner Stadt-Anzeiger" (KStA) berichtet. Zwar wehrt sich die Stadt Leverkusen noch gegen die Pläne des Bundes, ist aber wohl machtlos.

Doppelhaus soll im Sommer abgerissen werden

Der Abriss des Hauses Nummer 19 an der Alsenstraße droht schon seit 20 Jahren, die Bewohner sind längst ausgezogen. Damit die Autobahn 3 hier eine zusätzliche Fahrspur in Richtung Frankfurt bekommen kann, hat die bundeseigene Autobahn GmbH das Gebäude gekauft. Und im März der Stadt Leverkusen Bescheid gegeben, dass es im Sommer abgerissen wird.

Stadt Leverkusen wehrt sich gegen Autobahn-Pläne

Weil sich die Stadt Leverkusen nicht genug in die Planung des Bundes einbezogen fühlt, will sie sich dem Bericht zufolge querstellen. So beschloss der Stadtrat, die Zusammenarbeit mit den Bundesbehörden zu verweigern, um die Autobahn-Pläne zu blockieren. Doch die Chancen, den Abriss zu verhindern, stehen schlecht.

Denn, um das Gebäude zu beseitigen, braucht der Eigentümer keine Bau- oder Abbruchsgenehmigung. Er muss den Abriss laut KStA nur vier Wochen vorher anzeigen – die Bauaufsichtsbehörde hat ihn dann zu genehmigen.

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"Lebendig begraben" neben der A3?

Den Bewohnern der übrig bleibenden Doppelhaushälfte droht ein Leben in noch größerer Dunkelheit als ohnehin. Denn die sechs Meter hohe Lärmschutzwand der Autobahn sorgt schon jetzt für viel Schatten und soll noch weiter ans Haus rücken. "Wenn die näher kommt, sind wir hier lebendig begraben, so dunkel wird es", sagte eine ehemalige Bewohnerin laut KStA bereits vor einigen Jahren. Im Sommer könnte die Befürchtung Realität werden.