Der Rote Planet und seine Bedeutung für uns

Letzte Chance: Mars gerade von der Erde aus gut sichtbar

Der rote Planet kommt zu Besuch.
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14. Oktober 2020 - 13:38 Uhr

Mars mit bloßem Auge zu sehen

Der rote Planet ist uns derzeit besonders nah. Am 14. Oktober kann man ihn mit bloßem Auge sehen. So nah kommt er uns in den nächsten 15 Jahren nicht mehr. Den Sonnenuntergang gegen 18.30 Uhr sollte man also nicht verpassen, sonst muss man warten.

Auch spannend: Im November ist der Asteroid 2018VP1 zu beobachten.

Roter Planet steht besonders günstig

Wer ohne Teleskop am Mittwoch in den Nachthimmel sieht, kann den Planeten Mars mit etwas Glück mit bloßem Auge entdecken. Wer ein Teleskop besitzt, kann sogar die Oberflächenstruktur erkennen.

Besonders günstig ist die Nacht am 14. Oktober, um den Mars zu sehen. Dann steht der Planet in einer sehr günstigen Konstellation zur Sonne. Sonne, Erde und Mars stehen dann in einer Linie. Bei Sonnenuntergang geht der Planet auf – und ist die gesamte Nacht hindurch in Richtung Süden zu sehen. Übersehen kann man ihn eigentlich nicht, da er rot am Himmel strahlt. Ob das Wetter mitspielt, ist eine andere Sache. Das könnte eng werden. Denn gute Chancen auf eine Auflockerung der Wolkendecke gibt es nur vom Emsland bis zu den nordfriesischen Inseln.

Ein Blick auf das Wetter in Deutschland

Mars beherrscht den Nachthimmel

ARCHIV - Die Aufnahme der Europäischen Weltraumagentur ESA/ESOC zeigt den Planeten Mars (Archivaufnahme vom 24.02.2007). Der deutsche Bundeswehr-Hauptmann Oliver Knicke ist einer von sechs Personen, die in der russischen Hauptstadt an einer simuliert
Eine Aufnahme der Europäischen Raumfahrtbehörde, ESA, zeigt den Mars. Der rote Planet übertrifft Jupiter an Glanz am Nachthimmel.
© dpa, A3366 esa

Der Mars beherrscht als hellster Planet den Nachthimmel bis morgens die noch hellere, weiß glänzende Venus ihm Konkurrenz macht. Alle 26 Monate kommt der Mars der Erde durch seine elliptische Umlaufbahn nahe. In diesem Jahr ist es halt besonders nah. Ein Tag dauert auf dem Mars mit 24 Stunden und 39 Minuten etwa genauso lang wie auf der Erde. Das hat Auswirkungen auf die Jahreszeiten auf dem Roten Planeten, die den Zeiten auf der Erde ähneln. Der Mars braucht allerdings aufgrund seiner weiteren Entfernung zur Sonne mit 687 Tagen länger, um sie zu umrunden und deshalb dauern die Jahreszeiten doppelt so lang. Der Mars hat zwei Monde, Phobos und Deimos, die mit einem Fernrohr allerdings schwer zu sehen sind.

Wissenswertes über den Mars

Der Mars ist etwa halb so groß wie unsere Erde und ist damit nach dem Merkur der zweitkleinste Planet in unserem Sonnensystem, da der Pluto ja aus der Liste rausgefallen ist. Die dünne Atmosphäre des Nachbarplaneten speichert nur wenig Sonnenwärme und so schwanken die Temperaturen – zumindest in Äquatornähe zwischen 20 Grad tagsüber und -85 Grad nachts. Durchschnittlich liegt sie bei etwa +55 Grad.

Wegen der großen Temperaturunterschiede treten besonders im marsianischen Frühling häufiger Staubstürme auf, die dann die Oberfläche verhüllen. Forscher gehen davon aus, dass der Mars durch Sonnenwinde seine Atmosphäre verloren hat. Diese verschwand, begünstigt durch das schwache Magnetfeld und seine geringere Schwerkraft, in den Weiten des Weltraums. Seine rote Färbung, die ihm auch den Beinamen Roter Planet eingebracht hat, verdankt er dem Eisenoxid-Staub oder auch Rost auf der Oberfläche. 

Der Mars als Kriegsgott und Namensgeber

Der Gott Mars gilt als Stammvater der Römer. Er war der Vater von Romulus und Remus auf die sich die antiken Römer berufen. Gleichtzeitig war er der Kriegsgott des römischen Volkes. Der Monatsname März ist ihm gewidmet. Auch der Wochentag Dienstag ist ihm geweiht. Dieser heißt im Italienischen Martedi (Tag des Mars) oder mardi im Französischen.  Nun hat das Wort augenscheinlich nicht viel mit dem Wort Mars gemein. Das liegt daran, dass die Germanen den Kriegsgott Mars mit ihrem früheren Kriegsgott Tyr (auch Tiwaz). Deutlicher wird es im englischen Tuesday oder dem dänischen/schwedischen Tirsdag.

So manchem Markus/Marcus dürfte vielleicht auch nicht bewusst sein, dass sein Name der römischen Gottheit entsprang und die Bedeutung "Dem Mars geweiht" trägt. Die Märzgeborenen bekamen meist den Namen seinerzeit. Mit Mars in Verbindung steht auch der Name Martin, der übersetzt "Sohn des Mars" bedeutet. Eine weiteres Wort steht in direkter Verbindung mit dem Kriegsgott.  Es ist der Begriff "martialisch", der wohl keiner weiteren Erklärung bedarf.

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