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Leipzig: Schwarzfahrer von Kontrolleur gewürgt - Augenzeuge vermutet Ausländerfeindlichkeit

Opfer war kurz bewusstlos

Leipziger Ticket-Kontrolleur würgt Mann - jetzt spricht ein Augenzeuge

Das sagt ein Zeuge zum Würge-Kontrolleur
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Das sagt ein Zeuge zum Würge-Kontrolleur

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Augenzeuge filmte die Szene an der Straßenbahn-Haltestelle

Michael Kees war eigentlich auf dem Weg zum Cospudener See in Leipzig, um dort das Semesterende zu feiern. Unterwegs in der Straßenbahn hörte er aber plötzlich Schreie. Zwischen einem jungen Mann, seiner Begleiterin und ein paar Ticketkontrolleuren gab es Ärger. Die Situation eskalierte und einer der Kontrolleure drückte den mutmaßlichen Schwarzfahrer am Ende im Würgegriff zu Boden . Im Video erzählt der Zeuge, der den Vorfall auch filmte, was passiert ist.

Mann im Würgegriff verlor das Bewusstsein

An der Haltestelle Waldplatz am Stadion stiegen die Kontrolleure mit dem Schwarzfahrer und seiner Begleitung aus. Kees ist Journalist beim Magazin „Kreuzer“ , darum stieg er ebenfalls aus. Er wollte sehen, was da passierte. Und er habe dann auch sehr schnell angefangen zu filmen, sagt Kees im RTL-Interview. Ihm sei sofort klar gewesen:„Es ist wichtig, dass das festgehalten wird, was hier passiert.“

Der junge Mann ohne Ticket wurde zu Boden gedrückt. Einer der Kontrolleure legte ihm den Arm um den Hals und drückte ihn zu Boden. Auf den Aufnahmen ist zu hören, wie besorgte Passanten den Kontrolleur lautstark auffordern, sein Opfer loszulassen. „Lassen Sie den Mann los. Er bekommt keine Luft mehr“, ruft jemand. „Hören Sie auf, der stirbt!“ Im Hintergrund fängt die junge Frau, die zusammen mit dem Schwarzfahrer unterwegs ist, panisch an zu weinen.

"Das hat auch etwas mit Ausländerfeindlichkeit zu tun“

Der Kopf des jungen Mannes sei rot angelaufen, er habe offensichtlich keine Luft bekommen und seine Augenlider begannen zu flattern. „Einerseits wollte ich weiter filmen, anderseits wollte ich die Polizei rufen“, erinnert sich der Zeuge. Eine Kollegin des Kontrolleurs bat ihn dann schließlich, auch noch mal die Polizei zu rufen, damit die Beamten vielleicht schneller vor Ort seien. Da habe er aufgehört zu filmen.

Der Kontrolleur ließ den jungen Mann schließlich doch los. Was davor passiert ist, habe er nicht gesehen, sagte der Augenzeuge. Ihm sei aber aufgefallen, dass der Schwarzfahrer nur Englisch sprach. Der Kontrolleur meinte daraufhin, er wäre in Deutschland und müsste kein Englisch sprechen. „Da war für mich klar, das hat auch etwas mit Ausländerfeindlichkeit zu tun“, glaubt der Zeuge.

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Polizei Leipzig ermittelt in dem Fall

Die Verkehrsbetriebe Leipzig erklärten auf RTL-Anfrage, man sei dabei, weitere Informationen zu dem Vorfall zu sammeln. Einer der Kontrolleure sei danach in ärztlicher Behandlung gewesen. Die Überwachungsaufnahmen aus der Bahn seien gesichert worden und man wolle die Ermittlungen der Polizei bestmöglich unterstützen.

Die Polizei Leipzig sagte, die Beamten seien alarmiert worden, weil sich mehrere Schwarzfahrer „aggressiv und renitent“ verhalten haben sollen. Als die Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei vor Ort eintrafen habe sich die Situation dann aber anders herausgestellt. Die Polizei habe mehrere gegenseitige Anzeigen aufgenommen. Nachdem die Ermittler nun auch das Video des Vorfalls kennen, sollen weitere Maßnahmen eingeleitet werden.