11. Juli 2019 - 9:17 Uhr

Proteste in Leipzig eskalieren

Die Polizei will im Leipziger Stadtteil Volkmarsdorf einen Mann zur Abschiebung abholen. Doch dazu kommt es zunächst nicht. Rund 500 Menschen stellen sich den Beamten entgegen - die Situation gerät außer Kontrolle.

Polizei setzt Pfefferspray ein

Zu dem Protest kam es nach Polizeiangaben am Dienstagabend, wo sich eine Gruppe von etwa 30 Menschen der Abschiebung entgegengestellt und den Einsatz blockiert habe. Mehrere Protestierende stellten Möbelstücke auf die Straße, andere setzten sich vor den Einsatzwagen, wie die "Leipziger Volkszeitung" berichtet. Später sei eine Spontandemo angemeldet worden, an der sich etwa 500 Menschen beteiligt hätten. Die Versammlung war laut Polizei um 1.30 Uhr offiziell beendet. Danach seien Bierflaschen und Steine geflogen, die Polizisten hätten Pfefferspray eingesetzt.

Der Grünen-Politiker Jürgen Kasek, der nach eigenen Angaben selbst vor Ort war, schrieb auf Twitter, dass die Situation völlig eskaliert sei und mehrere Menschen verletzt worden seien. Die Polizei machte zunächst keine Angaben zu Verletzten. Unklar war auch, ob es Festnahmen gab. Bei dem abzuschiebenden Mann soll es sich laut "Leipziger Volkszeitung" um einen kurdischen Syrer handeln, der nach Spanien geflogen werden sollte, weil er dort zuerst in die EU eingereist ist.