Shooting-Star schreibt Geschichte

Klosterhalfen-Coach: WM-Bronze war nur der Anfang

Konstanze Klosterhalfen gelang in Doha Historisches.
© Getty Images for IAAF, Bongarts, AH

07. Oktober 2019 - 15:18 Uhr

Es ist die erste deutsche WM-Medaille über diese Distanz in der Geschichte der Leichtathletik, und wenn es nach ihrem Trainer geht, wird Shooting-Star Konstanze Klosterhalfen auch künftig Historisches leisten. Die Bronzemedaille von Doha über 5.000 Meter soll nur der Anfang einer großen Karriere gewesen sein.

Konstanze Klosterhalfen gegen Afrikas Elite

"Ich wusste, dass sie es konnte. Die Saison war phänomenal", sagte Trainer Pete Julian bei "Sportbuzzer". "Ich habe aber nicht erwartet, dass KoKo hier eine Medaille holt. Es war schließlich ihr erstes Finale und wir haben die Taktik gewechselt."

Mit Weltmeisterin Helen Obiri und Margaret Kipkemboi konnten nur zwei Kenianerinnen die deutsche Ausnahmeläuferin auf Distanz halten, die anderen Top-Läuferinnen aus Afrika hatten Klosterhalfen wenig entgegen zu setzen. "Das war die Elite Afrikas und sie ist erst 22 Jahre alt. Sie hat sich ein Herz genommen", betonte Julian.

„Wer sagt, dass sie nicht irgendwann den Weltrekord angreifen kann?“

Dass das nicht das Ende der Fahnenstange bedeutet - für ihren Trainer eine ausgemachte Sache. Sein Schützling stehe vor einer goldenen Zukunft. "Medaillen bedeuten alles, nicht die Zeit. Ich gucke immer auf Gold. Wir jagen keine Zeiten. Deshalb habe ich ihr auch nur bei der deutschen Meisterschaft erlaubt, ihren Rekord anzugreifen", sagte er. "Aber wer sagt, dass sie nicht irgendwann den Weltrekord angreifen kann?"

Und doch schwebt über dem Erfolg der 22-Jährigen ein böser Doping-Schatten. Klosterhalfen und ihr Coach sind Teil des umstrittenen Nike Oregon Project (NOP). Seit Jahren verfolgt die Fachwelt das Projekt mit Argwohn. Gründer und Chef Alberto Salazar ist kurz vor der WM auf Betreiben der US-Anti-Doping-Behörde USADA für vier Jahre gesperrt worden. Allerdings, und das gehört auch zur Wahrheit, beziehen sich die Anti-Doping-Ermittlungen auf Vorfälle zwischen 2010 und 2014. Klosterhalfen trainiert erst seit Ende 2018 in den USA.

Salazar-Affäre kein Thema

Das Team um Klosterhalfen lässt die Affäre scheinbar kalt. "Sie hat keine persönliche Beziehung zu Salazar. Die haben sich vielleicht ein, zwei Mal gesehen. Sie ist in meinem Team, deshalb hat sie die Geschichte nicht beeindruckt", erklärte Julian. Klosterhalfen will deshalb auch weiterhin in den USA trainieren. "Ich weiß, dass das keinen aus meiner Gruppe betrifft, dass mein Trainer Pete Julian ist", sagte Klosterhalfen: "Deshalb freue ich mich auch schon wieder, zurück mit dem Team nach Amerika zu gehen."