2018 M08 9 - 21:55 Uhr

32 Jahre lange Durststrecke im Speerwurf beendet

Gold für Speerwurf-Ass Thomas Röhler: 32 Jahre nach dem Sieg von Klaus Tafelmeier hat Deutschland endlich wieder einen Europameister in dieser Disziplin. Mit Silber macht der deutsche Meister Andreas Hofmann den Abend für das Gastgeberteam perfekt.

40.000 Zuschauer feiern die Medaillen-Gewinner

Thomas Röhler sprang nach seinem Gold-Coup vor Freude in den Wassergraben und konnte sein Glück kaum fassen. Zwei Jahre nach seinem Olympiasieg holte sich der 26-Jährige auch bei der Leichtathletik-EM in Berlin Gold und kürte sich damit zum ersten deutschen Speerwurf-Europameister seit 32 Jahren. Vor rund 40.000 begeisterten Zuschauern im Olympiastadion avancierte Röhler mit 89,47 Metern zum gefeierten Helden des Abends.

Die Gastgeber jubelten auch über die Silbermedaille für den deutschen Meister Andreas Hofmann: Mit 87,60 Metern kam der Mannheimer an seinen Dauerrivalen Röhler aber nicht heran. Bronze eroberte der Este Magnus Kirt (85,96). Für Weltmeister Johannes Vetter, immerhin als Weltjahresbester angereist, sind Platz fünf und 83,27 Meter enttäuschend. "Wenn es nicht läuft, dann läuft's nicht. Es ist ein bisschen der Wurm drin", sagte sein Trainer Boris Obergföll im ZDF.

Rivalen nur im Wettkampf

Vier Stunden vor dem Abendkrimi zur Prime Time saßen die drei deutschen Asse noch ganz gemütlich bei einem Kaffeekränzchen zusammen. Das ist mitterweile zum Ritual geworden: Denn privat sind sie ganz gute Kumpels, im Wettkampf Rivalen - echte Profis eben.

In diesem Jahr konnte man über die drei Modellathleten nur staunen: Vetter war als Nummer 1 mit Jahresweltbestleistung (92,70 Meter) angereist, Hofmann als Nummer 2 mit 92,06. Röhler hatte schon am 4. Mai beim Saisonstart in Doha/Katar verblüfft: Mit 91,78 Metern siegte der Thüringer in der WM-Stadt von 2019. Kein anderer Finalist hat in diesem Jahr die 90-Meter-Marke übertroffen.

Röhlers Trainer als Prophet

Röhlers langjähriger Trainer Harro Schwuchow lag mit seiner Prognose diesmal goldrichtig. "Ich träume in der Nacht vor einem großen Wettkampf immer und sehe dann den Sieger und manchmal sogar die Weite", sagte der Coach. Vor den deutschen Meisterschaften in Nürnberg war ihm Hofmann erschienen - und der Mannheimer holte sich prompt seinen ersten Titel. Und diesmal? "Thomas. Ist doch klar", erzählte Schwuchow - und behielt Recht.