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Lehrermangel an Schulen: So ergeht es einer Quereinsteigerin, die jetzt unterrichtet

Quereinsteiger sollen gegen den Lehrermangel helfen.
Quereinsteiger sollen gegen den Lehrermangel helfen. Akademiker können Neu-Lehrer werden. 01:14

Quereinsteiger sollen Lehrermangel auffangen

40.000 Lehrer fehlen an unseren Schulen und ein Ende des Mangels an Pädagogen ist nicht in Sicht. Zu wenige studieren auf Lehramt, zu viele Lehrer gehen in Rente. Insbesondere Grund- und Förderschulen suchen oft händeringend nach Personal. Laut Deutschem Lehrerverband sind bundesweit 10.000 Lehrerstellen unbesetzt und 30.000 weitere nur notdürftig besetzt, zum Beispiel mit Quereinsteigern. Die dürfen Schulklassen unterrichten, obwohl sie nicht auf Lehramt studiert haben. Sandra Petersen ist eine dieser Quereinsteigerinnen und erzählt aus ihrem neuen Alltag.

Lehrermangel in Deutschland ist dramatisch

Besonders an Grund- und Förderschulen ist der Lehrermangel dramatisch. Für Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, liegt das Problem auf der Hand: Die steigenden Geburtenraten seien seit Jahrzehnten ignoriert worden – und nun gibt es an den Schulen die Quittung dafür, erklärt er im Interview mit der "Passauer Neuen Presse". In Berlin und Sachsen müsse man von einem regelrechten Lehrernotstand sprechen. Quereinsteiger werden daher aktuell überall gesucht - auch ohne pädagogische Ausbildung.

Das müssen Quer- und Seiteneinsteiger vorweisen

Bewerben kann sich jeder, der ein abgeschlossenes Hochschulstudium (Diplom/Magister/Master) in einem Fach vorweisen kann, in dem Lehrermangel herrscht. Ein Bachelorabschluss oder ein Fachhochschulabschluss ohne Masterzeugnis reichen nicht aus. Quereinsteiger müssen außerdem ein 18-monatiges Referendariat absolvieren. Welche Fachrichtungen gerade benötigt werden, ist je nach Bundesland unterschiedlich.

Anders sieht es bei den Seiteneinsteigern aus: Sie kommen häufig direkt aus dem Berufsleben und absolvieren kein Referendariat. Für Schulen sind die Seiteneinsteiger ein echter Glücksgriff, doch die Neu-Lehrer selbst können in den meisten Fällen nicht auf eine Verbeamtung hoffen. Dafür wäre das Referendariat als praktische Ausbildung Pflicht.

Von der Forschung ins Klassenzimmer: Traumberuf gefunden!

Sandra Petersen hat früher in der Forschung gearbeitet. Sie hat den geforderten Bildungsabschluss und darf daher vier Tage in der Woche eine Klasse an einer Schule in Bad Bramstedt in Schleswig-Holstein unterrichten. Zusätzlich muss sie sich pädagogisch weiterbilden. Für die Neu-Lehrerin ist das ihr absoluter Traumberuf.

Wie es der 35-Jährigen in ihrem neuen Arbeitsalltag geht, sehen Sie im Video.

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