Lehrer verhindert Selbstmord zweier Schülerinnen: Netflix-Serie 'Tote Mädchen lügen nicht' als Vorbild?

26. Mai 2017 - 15:00 Uhr

In der Netflix-Serie begeht eine Schülerin Selbstmord

In Österreich konnten Lehrer den Selbstmord zweier Schülerinnen verhindern. Die beiden 13-Jährigen hatten in einem als Entschuldigungsbrief getarnten Abschiedsschreiben die Tat angekündigt. Lehrer an dem Gymnasium in Bad Ischgl erkannten den Sachverhalt zügig und retteten den Teenagern das Leben. Die Polizei geht von einem Zusammenhang zwischen den Selbstmordversuchen und der umstrittenen Netflix-Serie 'Tote Mädchen lügen nicht' aus. Eines der Mädchen habe bereits in der Vergangenheit versucht, sich aus Liebeskummer das Leben zu nehmen, schreibt 'Krone.at'.

Psychologen warnen vor 'Tote Mädchen lügen nicht'

Die Schülerinnen, die zusammen eine Lerngruppe bildeten, hatten zunächst angekündigt, an einem Nachmittag in der Schule zu fehlen. Sie gaben einen Entschuldigungsbrief ab. Als der Lehrer ihn kurze Zeit später las, stellte er fest, dass es sich dabei nicht um ein Entschuldigungsschreiben, sondern um die Ankündigung eines Selbstmordes handelte.

Er alarmierte das Kollegium - zusammen machten sich die Lehrer auf den Weg und suchten die Mädchen. Sie fanden sie schließlich in einer Toilette vor. Eine Schülerin war zu dem Zeitpunkt fast verblutet, die andere war gerade dabei, zu ersticken. Mittlerweile sind beide außer Lebensgefahr.

Schulische Ursachen, wie zum Beispiel schlechte Noten oder Mobbing, gab es laut Polizei nicht. Die Mädchen hätten die Netflix-Serie 'Tote Mädchen lügen nicht' zum Anlass genommen, so die Ermittlungen. In der Serie begeht eine Schülerin Selbstmord und hinterlässt Kassetten, auf denen sie ihren Mitschülern erklärt, welche Ursachen sie Schritt für Schritt in den Selbstmord getrieben hätten. Anschließend wird auch gezeigt, wie Hannah sich das Leben nimmt.

Psychlogen warnen schon länger vor einem Nachahmereffekt durch den Konsum der Serie. In Australien dürfen Teenager unter 18 Jahren 'Tote Mädchen lügen nicht' nur im Beisein der Eltern gucken.

Hinweis der Redaktion: Bei der Telefonseelsorge (www.frnd.de) erreichen Sie unter kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 Menschen, die Ihnen die Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.