Antiterror-Fahnder ermitteln

Geschichtslehrer nahe Paris auf der Straße enthauptet - Macron: Eindeutig islamistischer Anschlag

17. Oktober 2020 - 10:29 Uhr

Schock in Conflans-Sainte-Honorine

Ein Geschichtslehrer ist am Freitagnachmittag in der Nähe von Paris auf offener Straße enthauptet worden. Er soll im Unterricht zum Thema Meinungsfreiheit Mohammed-Karikaturen gezeigt haben. "Einer unserer Mitbürger wurde heute ermordet, weil er lehrte, weil er Schülern die Freiheit der Meinungsäußerung, die Freiheit, zu glauben und nicht zu glauben lehrte", sagte Präsident Emmanuel Macron sichtlich angeschlagen in einer Pressekonferenz am Abend in der Nähe des Tatorts, wie Ihnen unser Video zeigt.

Brutale Attacke in der Nähe einer Schule

Der Lehrer soll am Freitagnachmittag in Conflans-Sainte-Honorine nordwestlich von Paris auf offener Straße angegriffen worden sein. Der mutmaßliche Täter wurde kurze Zeit später im nahe gelegenen Éragny von der Polizei aufgegriffen. Laut Medien hat er versucht, die Polizei anzugreifen - daraufhin hat diese auf ihn geschossen. Der Bürgermeister von Éragny-sur-Oise, Thibault Humbert, sagte dem Sender BFM TV, dass der mutmaßliche Täter getötet worden sei.

Was RTL-Terrorismus-Experte Michael Ortmann zu dem Angriff bei Paris sagt, in unserem Video.

Angreifer soll "Gott ist groß" gerufen haben

Mehrere Medien berichteten, dass es sich bei dem Angreifer um einen 18-jährigen Tschetschenen handeln soll. Er soll "Allahu akbar" ("Gott ist groß") gerufen haben und mit einem Küchenmesser bewaffnet gewesen sein. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür nicht.

Der Geschichtslehrer soll im Unterricht die Mohammed-Karikaturen beim Thema Meinungsfreiheit gezeigt haben. Der Sender BFM berichtete von einem Video, das der Vater eines Schülers Anfang des Monats auf Youtube veröffentlicht haben soll. In dem Video soll es auch um die Mohammed-Karikaturen gegangen sein.

"Ich begrüße die Geschwindigkeit, mit der die Polizei die Person neutralisiert hat", twitterte Bürgermeister Thibault Humbert. Er rief die Bürger dazu auf, die Gegend zu meiden und die Arbeit der Polizei nicht zu behindern.

„Sie werden damit nicht durchkommen“

Macron nannte keine Details zum Tatablauf und verwies auf die Staatsanwaltschaft, die sich in einigen Stunden äußern werde. "Ich rufe alle unsere Landsleute auf, zusammenzustehen, vereint zu sein (...)", so der Präsident. Macron äußerte sich auch nicht weiter zum mutmaßlichen Täter oder zum Opfer. "Sie werden damit nicht durchkommen", sagte er mit Blick auf Gewalt und Terroristen.