Legale Rennstrecke auf der A 95 führt auch zu Toten

13. September 2014 - 11:44 Uhr

Stundenlang gesperrte Autobahnen, Schwerstverletzte und sogar Tote

Ordentlich aufs Gas treten, einen Geschwindigkeitsrausch nach dem anderen erleben- nicht nur viele kleine Jungen träumen davon, der nächste Sebastian Vettel oder Fernando Alonso zu werden. Auch im Erwachsenenalter ist dieser Traum noch lange nicht ausgeträumt.

Bayern: Fahrer rasen mit Tempo 300 über die A95
Schwere und auch tödliche Unfälle sind oft die Folge des zu schnellen Tempos.

Das beste Beispiel dafür ist die A95 in Bayern. Rund um den Starnberger See wird ordentlich Gas gegeben. Auf der "Rennstrecke für Reiche" wird gerne mal mit Tempo 300 über die Autobahn geheizt. Zum Vergleich: Ein Airbus 319, der 75 Tonnen auf die Waage bringt, hebt ab einer Geschwindigkeit von 270 km/h ab. Die Möchtegern-Formel 1- Piloten lassen sich nach ihren waghalsigen Fahrten über Soziale Netzwerke wie Facebook feiern.

Die Kehrseite der Medaille sind allerdings schlimme Unfälle, stundenlang gesperrte Abschnitte, Schwerstverletzte und sogar Tote. "Wir müssen die dann entweder bergen oder sie müssen auf der Straße reanimiert werden. Es ist schon ein relativ dramatischer Ausgang dieser Hochgeschwindigkeitsunfälle, der natürlich auch sehr belastend für uns als Feuerwehr sind", erklärt Daniel Buck von der Feuerwehr Hohenschäftlarn.

Doch warum spielen die Fahrer nicht nur mit ihrem eigenen, sondern auch mit dem Leben anderer Verkehrsteilnehmer? Der Verkehrspsychologe Prof. Wolfgang Fastenmeier führt es auf Geltungsdrang zurück: "Fahrer haben hier die Möglichkeit , also ihre persönliche Freiheit und auch das Prestige, weil sie einfach einen dicken Wagen haben, auszuleben. Hinzu kommt noch, dass sie dies vielleicht demonstrieren wollen. Dann suchen sie sich eben solche Strecken."

Ein Ende der Raserei scheint nicht in Sicht zu sein, denn selbst die Polizei ist gegen ein Tempolimit.