2018 M11 20 - 11:57 Uhr

Rettungskräfte verlieren kostbare Zeit

Jeden Tag bilden sich Staus infolge von Unfällen, bei denen dringend Retter gebraucht werden. Doch diese können ihr Ziel nur erreichen und Hilfe leisten, wenn die Verkehrsteilnehmer eine Rettungsgasse bilden. Besonders erschreckend: Nur 20 Prozent der Deutschen schaffen es, im Ernstfall richtig zu reagieren. Das kostet die Einsatzkräfte wertvolle Minuten.

Mehr Aufklärung nötig

Auf welche Seite muss ich fahren wenn es zum Stau kommt? Wo wird die Rettungsgasse gebildet? Fragen, auf die viele Autofahrer keine Antwort wissen, denn häufig mangelt es an der nötigen Aufklärung.

Im Schnitt kommen die Rettungskräfte wegen versteller Wege fünf Minuten später am Einsatzort an. Das geht laut Informationen der "Neuen Osnabrücker Zeitung" aus einer Umfrage des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) hervor.

Diese Unwissenheit führt immer wieder zu Chaos auf den Autobahnen, wenn sich die Einsatzkräfte mühevoll ihren Weg durch die engen Lücken suchen. Denn wenn hier einmal alles steht, bleibt auch nicht mehr viel Platz zum Rangieren.

Mit welchen Problemen die Rettungsfahrzeuge auf der Autobahn zu kämpfen haben, Sehen Sie im Video.

Höhere Strafen denkbar

Eine Zumutung, denn jede Sekunde zählt, vor allem für die Opfer, für die es zu spät sein kann, wenn die Rettungskräfte nicht schnell genug zu ihnen vordringen. Daher werden Autofahrer, die keine Rettungsgasse bilden, seit dem letzten Oktober noch härter bestraft: Es kann ein Bußgeld von 320 Euro sowie ein Fahrverbot drohen.

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) ist damit nicht zufrieden: "Sollten wir feststellen, dass wir mit der jetzigen Höhe der Bußgelder nicht die erhoffte Wirkung erreichen, müssen wir über weitere Erhöhungen nachdenken. Andere europäische Länder wie beispielsweise Österreich sehen sogar Sanktionen bis zu 2180 Euro vor", sagte Pistorius der "NOZ". Schließlich soll immer schnellstmöglich geholfen werden. Also, Augen auf bei Stau und an die Rettungsgasse denken!