Lebensmittelskandal in England: Pferdefleisch in Fertiggerichten

Britische Lebensmittelaufsichtsbehörde vermutet kriminellen Hintergrund

Auf der Verpackung der Fertiggerichte stand Rindfleisch - doch die Kunden einiger britischer und irischer Supermärkte bissen in vielen Fällen auf Pferdefleisch. Die britische Lebensmittelaufsichtsbehörde vermutet hinter dem Skandal kriminelle Aktivitäten.

Pferdefleisch in Fertiggerichten britische Supermärkte
Viele Fertiggerichte in britischen Supermärkten enthalten Pferdefleisch, auch bei Tesco.
dpa, Andy_Rain

Zu den Verkäufern der als Rindfleisch-Frikadellen gekennzeichneten Burger gehörten unter anderem die Discounter Aldi und Lidl, wie die irische Lebensmittelaufsicht FSAI mitteilte. Auch Hamburger der Supermärkte Iceland, Tesco und Dunnes Stores seien betroffen. Sie enthielten bis zu 29 Prozent Pferdefleisch. Noch eklatanter ist die Fehlkennzeichnung von Rindfleisch-Lasagne: Die Fertiggerichte bestanden nach neuesten Untersuchungen bis zu 100 Prozent aus Pferdefleisch.

Die Kunden wussten nichts davon. Laut FSAI bestehe für sie zwar keine Gesundheitsgefahr – jedoch könnten in dem Fleisch möglicherweise Überreste von Medikamenten enthalten sein. Noch gibt es keine Hinweise auf die Ursache für den Lebensmittelskandal. Es sei jedoch „sehr wahrscheinlich“, dass kriminelle Aktivitäten dahinter steckten, hieß es. Die Supermärkte haben die betroffenen Produkte bereits aus den Regalen genommen.

Nordrhein-Westfalen verschärft Lebensmittel-Kontrollen

Nach dem Skandal um das falsch deklarierte Pferdefleisch hat das Düsseldorfer Verbraucherschutzministerium die Produktkontrollen verschärft. Nach bisherigem Stand gebe es aber keine Hinweise, dass die Produkte aus Großbritannien nach NRW geliefert worden seien, teilte ein Sprecher des Ministeriums mit. Ein abschließendes Urteil sei allerdings erst nach einer intensiven Überprüfung möglich. Das Landesumweltamt habe entsprechende Anweisungen.