Urteil in New York gefallen

Lebenslange Haft für Drogenboss "El Chapo"

17. Juli 2019 - 21:34 Uhr

Mexikanischer Drogenboss muss lebenslang ins Gefängnis

Der mexikanische Drogenboss Joaquín "El Chapo" Guzmán muss lebenslang ins Gefängnis. Dieses Strafmaß verkündete Richter Brian Cogan am Mittwoch in New York. In einem der größten Prozesse zu Drogenkriminalität in der Geschichte der USA hatte eine Jury "El Chapo" im Februar in allen zehn Anklagepunkten für schuldig befunden.

Lebenslange Haft plus 30 Jahre

ARCHIV - 12.02.2019, USA, New York: Die Gerichtszeichnung zeigt Joaquin «El Chapo» Guzman (2.v.r.), der begleitet von US-Marshalls gestikuliert als er den Gerichtssaal verlässt. Rund ein halbes Jahr nach der Verurteilung des mexikanischen Drogenbosse
Die Gerichtszeichnung zeigt Joaquin "El Chapo" Guzman (2.v.r.), der begleitet von US-Marshalls gestikuliert, als er den Gerichtssaal verlässt.
© dpa, Elizabeth Williams, SW nwi hjb sab

Der 62-Jährige sei zu lebenslanger Haft plus 30 Jahre verurteilt worden und dürfe keinen Antrag auf vorzeitige Entlassung stellen, sagte Richter Brian Cogan. Außerdem forderte das Gericht "El Chapo" auf, eine Summe von 12,6 Milliarden Dollar (etwa 11,2 Milliarden Euro) zu zahlen. Dies sei eine "konservative Schätzung" der Summe, die Guzmán aus der Drogenkriminalität eingenommen habe, hatte die Staatsanwaltschaft zuvor mitgeteilt.​

Liste der Straftaten ist lang

FILE PHOTO: Joaquin "El Chapo" Guzman is escorted by soldiers during a presentation at the hangar belonging to the office of the Attorney General in Mexico City, Mexico January 8, 2016.  REUTERS/Edgard Garrido/File Photo
Guzmáns Verteidiger hatten bis zuletzt erfolglos versucht, den Prozess neu aufrollen zu lassen.
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In einem der größten Prozesse zu Drogenkriminalität in der Geschichte der USA hatte eine Jury "El Chapo" vor fünf Monaten in allen zehn Anklagepunkten für schuldig befunden - unter anderem wegen Beteiligung an einer Verbrecherorganisation, Herstellung und internationaler Verbreitung der Drogen Kokain, Heroin, Methamphetamin und Marihuana sowie wegen Geldwäsche und Gebrauchs von Schusswaffen.

Die Staatsanwaltschaft hatte sich für eine lebenslange Haftstrafe ausgesprochen. Guzmáns Verteidiger hatten bis zuletzt erfolglos versucht, den Prozess neu aufrollen zu lassen. Die nach Bundesgesetz zulässige Todesstrafe war nach einer Einigung zwischen den USA und Mexiko, von wo aus Guzmán nach seiner Festnahme ausgeliefert worden war, ausgeschlossen.