41-Jährige muss lebenslänglich in den Knast

Falsche Pflegerin sticht Rentnerin (93) mit 32 Messerstichen nieder

26. Juni 2020 - 10:49 Uhr

Bereits zum zweiten Mal verurteilt

Am 10. März 2018 klingelt es morgens an der Tür der 93-jährigen Irene B. aus Hamburg-Poppenbüttel. Vor ihr steht die damals 39-jährige Miriam M., die sich als Pflegerin ausgibt. Als die Seniorin ihr den Rücken zudreht, passiert etwas Schreckliches: Die vermeintliche Pflegerin sticht ihr mit einem Messer in den Rücken – unfassbare 32 mal, um an Geld zu kommen. Zuvor soll Miriam M. gegoogelt haben: "Menschen töten leicht gemacht". Nun wurde die Frau bereits zum zweiten Mal vom Landgericht Hamburg verurteilt: Lebenslang.

Warum musste neu verhandelt werden?

Bereits am 25. März 2019 wird Miriam M. mit lebenslanger Haft bestraft - wegen versuchten Mordes, besonders schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung. Weil der Bundesgerichtshof das Urteil im November 2019 aber aufhebt, muss neu verhandelt werden. Der Grund: Mildernde Umstände sollen nicht berücksichtigt worden sein.

Die Angeklagte bricht in Tränen aus

Als Miriam M. erneut befragt wird, zeigt sie Reue. Unter Tränen beteuert sie, dass ihr die Tat sehr Leid täte. Sie selbst ist zwischen 2013 und 2016 Auszubildende in der Seniorenwohnanlage gewesen, bevor sie die Ausbildung abgebrochen hat. Trotzdem, so sagt sie im Verhandlungssaal, sei es noch heute ihr innigster Berufswunsch.

Die Richterin sieht die Tat als besonders grausam an. Im Leben des Opfers sei der Angriff ein gravierender Einschnitt vom selbstbestimmten Leben zum Pflegefall gewesen. Deshalb gab es keine Strafminderung für die 41-Jährige. Die Richterin bezeichnete die Tat als absurd, weil sie so brutal war - für so wenig zu erwartende Beute. Die Täterin soll eine Borderline-Störung gezeigt haben. Menschen, die darunter leiden, neigen oft zu impulsiven Handlungen und starken Stimmungsschwankungen.

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Irene B. in kritischem Zustand

Fast wie ein Wunder hat Irene B. den erbarmungslosen Mordversuch überlebt. Beim ersten Prozess kann sie sogar noch selbst, im Rollstuhl sitzend, teilnehmen. Dieses Mal ist es anders. Weil sie sich den Arm gebrochen hat und sich ihr gesundheitlicher Zustand verschlechtert hat, ist sie jetzt nicht mehr dabei.