2018 M05 21 - 19:25 Uhr

Mindestlohn reicht oft nicht

Schuften für den Mindestlohn – und dann reicht es am Ende des Monats doch nicht. Das ist für viele Deutsche Alltag. Denn mehr Menschen denn je verdienen ihr Geld hierzulande mit Minijobs, unfreiwilliger Zeitarbeit oder in Zeitverträgen. Die Folge: Nur mit Zuschüssen kommen viele über die Runden. Und für die Zukunft lässt sich nur schlecht planen.

Alltag als Zimmermädchen

Im Jahr 2015 wurde der flächendeckende gesetzliche Mindestlohn in Deutschland eingeführt. Damals betrug er noch 8,50 Euro pro Arbeitsstunde, zum Januar 2017 wurde er schließlich auf den aktuellen Betrag von 8,84 Euro erhöht. Auch wenn viele Menschen vom Mindestlohn profitieren haben Arbeitnehmer in Deutschland oft Probleme, wenn sie auf Dauer nicht über den Mindestsatz hinauskommen oder Kinder haben. Besonders Großstadtbewohner mit Mindestlohnjobs haben es schwer: Wie die Hans-Böckler-Stiftung erst kürzlich herausfand, reicht der Mindestlohn in den meisten deutschen Großstädten nicht zum Leben.

RTL-Reporterin Hanna Klouth macht zurzeit einen Selbstversuch: Sie lebt einen Monat von Hartz IV. Im Zuge ihres Versuchs hat sich bei denen umgeschaut, die zwar arbeiten, aber trotzdem kaum mehr übrig haben als ein Arbeitsloser: Für einen Tag begleitete sie Anett Barthel, die als Zimmermädchen in einem Hotel arbeitet. Neun Euro pro Stunde bekommt sie hier – minimal mehr als den Mindestlohn. Obwohl sie noch einen Bonus von 1,50 pro fertigem Zimmer bekommt, reicht das Geld am Ende des Monats nicht ganz: Da sie alleinerziehend ist, bezieht sie Wohngeld, damit sie überhaupt über die Runden kommt.

Warum sich viele für den Job zu schade sind und was die Billigarbeit für Arbeitnehmer auf Dauer bedeutet, das erfahren Sie in unserem Video.

Hier finden Sie alle Infos zum RTL-Themenmonat rund um Hartz IV.