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Leben auf der Straße: Obdachlosencamps in Deutschland werden immer wieder geräumt

Viel Kritik an Behördenvorgehen

Leben auf der Straße: Obdachlosencamps in Deutschland werden immer wieder geräumt

Behörden verteidigen Räumungen

Rund 50.000 Menschen leben in Deutschland auf der Straße. Viele von ihnen wohnen in Obdachlosencamps, in denen teilweise mehrere Hundert Menschen zusammenleben. Doch immer wieder werden die Camps geräumt - aus Sicherheitsgründen, sagen die Behörden. Nicht nur die Obdachlosen selbst kritisieren das Vorgehen.

Kritik an Camp-Räumungen

"Es ist dann wirklich schwer, etwas Neues zu finden, wo man dann nicht in den nächsten drei Tagen wieder geräumt wird. Und dann die ständige Angst…", sagt die 19-jährige Ronja. Sie gehört zu den etwa 300 bis 400 Obdachlosen, die an der Rummelsburger Bucht mitten in Berlin in einem Camp wohnen. Und mit ihrer Angst ist Ronja nicht allein: Immer wieder müssen Gruppen von Obdachlosen weichen, weil ihre Camps aufgelöst werden. Die Menschen werden dann in Notschlafplätzen oder Heimen untergebracht. Doch dort gibt es oft nicht genügend Plätze. Viele der Obdachlosen bevorzugen es gar, auf der Straße zu leben - weil sie sich nicht an Behörden und Heimregeln binden wollen.

Notwendig werden die Räumungen aus Behördensicht oft aus Gründen der Sicherheit. Vor allem in den Wintermonaten bestehe die Gefahr, dass Menschen erfrieren, erklärt Hedwig Thomalla, Sprecherin des Sozialreferats München. Und auch mangelnde Hygiene und Brandgefahr können Gründe für eine Räumung sein.

Neben den Obdachlosen selbst sind auch viele Menschen, die sich sozial engagieren, gegen die Camp-Räumungen. Welche Lösung sie für besser halten, das sehen Sie im Video.