Rutschgefahr bei der SG Lautern

Glitschige Invasion: Regenwürmer zerstören Fußballplatz

30. Oktober 2020 - 12:04 Uhr

Würmer machen Sportplatz unbespielbar

Gras, ein paar Bäume drumherum - im Hintergrund ein kleines Vereinsheim: Auf den ersten Blick sieht es bei der SG Lautern im hessischen Lautertal (Odenwald) wie bei einem typischen Fußballverein aus. Doch der Schein trügt, denn unter der Erde tobt eine echt Regenwurm-Invasion. Die Bilder zeigen wir im Video.

Regenwürmer wurden zur Plage für Kreisliga-Mannschaft

Regenwürmer leben ja bekanntlich unter der Erde, vernichten abgestorbene Pflanzenteile und halten den Boden locker. Wie konnten sie dennoch einem Sportplatz so zusetzen? Das Problem ist das, was hinten rauskommt: Der Kot von mehreren hunderttausend Würmern wird in Form einer glitschigen Schicht auf den Rasen transportiert. Was unter der Oberfläche für saubere "Wurmwohnungen" sorgt, bereitet den Fußballern der Kreisliga D echte Probleme: Ihre Stollenschuhe finden beim Spielen keinen Halt mehr.

Fußballmannschaft muss auf andere Sportplätze ausweichen

Einer von hunderttausenden Regenwürmern auf dem Sportplatz.
Einer von hunderttausenden Regenwürmern auf dem Sportplatz.
© RTL

Regelmäßiges Training und Heimspiele vor den eigenen Fans? Kaum noch möglich: Aktuell muss die Mannschaft von Tag zu Tag entscheiden, ob ein Training möglich ist und, falls nicht, spontan auf die Sportplätze der benachbarten Orte ausweichen. "Unser Ziel ist der Aufstieg, aber mit solchen Rahmenbedingungen ist das nicht möglich", erzählt uns Platzwart Stefan Röhm im Gespräch mit RTL. Zudem bringt es den Verein immer mehr in finanzielle Schieflage, da ohne Spiele die wichtigen Ticketeinnahmen ausbleiben und für das Training auf fremden Sportplätzen zusätzlich Gebühren anfallen.

SG Lautern im Odenwald: Fußballspiele werden zur Rutschpartie

Stefan Röhm, Platzwart der SG Lautern, verteilt Sand auf dem von Regenwürmern befallenen Sportplatz.
Platzwart Stefan Röhm will mit Sand gegen die Würmer vorgehen.
© RTL

Bei all diesen Schwierigkeiten sollte aber nicht unerwähnt bleiben, dass es sich bei der Regenwurmplage um ein Problem "Made in Lautern" handelt: Weil die Anwohner den Geruch von gemähtem und kompostiertem Gras nicht mochten, entschlossen sich die Verantwortlichen des Vereins, den Platz zu mulchen. Dabei bleibt das Gras auf dem Rasen liegen und wird damit zum Schlaraffenland für Würmer.

Experten des Nabu raten dem Verein übrigens, den Platz trotz der Würmer intensiv zu nutzen. "Man könnte dann noch Sand dazu geben, und dann sollte sich das Problem in relativ kurzer Zeit selbst lösen", rät Frank Uwe Pfuhl vom hessischen Naturschutzbund. Den Fußballern steht also wohl noch die ein oder andere Rutschpartie bevor.