Ein so heftig sinkender Aktienindex „würde die größte Panik aller Zeiten auslösen“

Laut WWF-Studie: Tierbestände schrumpfen weltweit um 68 Prozent

10. September 2020 - 20:05 Uhr

Egal welche Gattung, die Bestände gehen dramatisch zurück

Wir wissen alle, dass es um einige Tierarten sehr schlecht bestellt ist. Es gibt die Rote Liste bedrohter Tierarten, das Bienensterben und der Rückgang von Schmetterlingen ist in den Medien öfter Thema. Aber der nun in Berlin vorgestellte 13. Living Planet Report des WWF stellt noch viel erschreckendere Erkenntnisse in den Raum: "Der Bestand von Säugetieren, Vögeln, Fischen, Amphibien und Reptilien ging im Vergleich zu 1970 weltweit im Schnitt um 68 Prozent zurück." Im Video sehen Sie einige der besonders bedrohten Arten.

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„Wir konsumieren unsere Ökosysteme zu Tode“

Der "Living Planet Index" ist ein Barometer für den weltweiten ökologischen Gesundheitszustand der Erde. Und er ist auf einem neuen Tiefpunkt. "Die Kurve der Tierbestände zeigt inzwischen eine dramatische Entwicklung. Wäre der Living Planet Index ein Aktienindex, würde er die größte Panik aller Zeiten auslösen", sagt Christoph Heinrich, Vorstand Naturschutz bei WWF. "Wir konsumieren unsere Ökosysteme zu Tode. Wir müssen schleunigst die Reißleine ziehen und in den natürlichen Grenzen der Erde wirtschaften und leben. Denn die Natur ist systemrelevant".

Eins der größten Probleme ist die Fleischindustrie

Dafür fordert der WWF vor allem Änderungen bei der Agrarpolitik, dem Ernährungssystem und den globalen Lieferketten. Für den Anbau von Soja für die Massentierhaltung wird der Regenwald immer mehr abgeholzt. Das führt dazu, dass der Tierbestand in Süd- und Zentralamerika mit 95 Prozent ganz besonders stark zurückgegangen ist. "Statt mit dem Finger nur auf die Verbraucher und Landwirte zu zeigen, müssen Politik und Wirtschaft sich an die eigene Nase fassen. Sie müssen Verbraucher davor schützen, dass Entwaldung auf ihrem Teller landet."

Diese Arten sind am gefährdetsten

Zu den besonders gefährdeten Tieren gehört der Östliche Flachlandgorilla im Kongo (87 Prozent seit 1994), Lederschildkröten in Costa Rica (84 Prozent seit 1995) und Störe im Jangtse (97 % seit 1970). Der WWF fordert die Bundesregierung im Living Planet Report auf, sich dafür einzusetzen, dass 30 Prozent der Erde bis 2030 geschützt werden.