Laut und billig: Neues Motorenkonzept kommt

Billigmotoren sind ihr Antrieb: Jean Todt (li.) und Bernie Ecclestone.
Billigmotoren sind ihr Antrieb: Jean Todt (li.) und Bernie Ecclestone.
© dpa, Franck Robichon

16. Dezember 2015 - 11:13 Uhr

Wenn die Erdkugel das neue Jahr mit üblichem Feuergewerk begrüßt, wartet schon das nächste explosive Gemisch auf die Formel-1-Welt, an der Wohl und Wehe der Königsklasse des Rennsports hängt. Gemäß den Forderungen von FIA-Chef Jean Todt und F1-Boss Bernie Ecclestone werden die Motorenhersteller Mitte Januar ein neues Konzept präsentieren.

Wie die 'Sport Bild' erfahren hat, soll es sich dabei im Gegensatz zum aktuellen Reglement um ein einfaches Hybrid-Aggregat rund um einen V6-Turbomotor handeln. Mit einer Stärke von 1.000 PS sollen die Antriebseinheiten nicht nur lauter, sondern mit Anschaffungskosten von ca. zehn Millionen Euro pro Jahr auch mindestens um die Hälfte günstiger sein. Damit gehen Mercedes und Ferrari zumindest ansatzweise auf das von Ecclestone und Todt favorisierte Alternativmotor-Konzept ein.

"Das ist für den Sport der Tod"

Denn Ecclestone hatte ursprünglich die Einführung eines Billigmotors gefordert, der von einem externen Hersteller (Ilmor, AER und Mecachrome bewarben sich) produziert werden sollte. Was Niki Lauda immer noch auf die Palme bringt. "Das ist für den Sport der Tod", sagte der Aufsichtsrats-Chef des Mercedes-Teams bei Servus TV. "Es kann nicht sein, dass der Bernie sich einen Motor baut, den beim Helmut (Marko, Anm. d. Red.) in sein Red-Bull-Auto steckt und sie uns dann schlagen. Das ist schwerste Manipulation", schimpfte der RTL-Experte auf die anvisierten Änderungen.

Was Ecclestone herzlich egal ist. "Mercedes und Ferrari sind dabei, die Formel 1 zu zerstören", so der 85-Jährige, der die Regeländerungen aufgrund eines von der FIA erteilten Mandats gemeinsam mit Todt zur Not auch ohne Zustimmung der Teams durchsetzen kann. Ecclestone hatte zuletzt vor allem den Silberpfeilen und der Scuderia vorgeworfen, ihre Machtposition auszunutzen, indem sie entscheiden, welcher Rennstall mit Motoren beliefert wird und welches Team keine bekommt. "Sie denken dabei nicht an den Sport, sondern nur an sich", so der Brite.