Wind, Regen und Kälte zum Trotz

Laufen im Herbst: Mit der richtigen Kleidung macht das Joggen doppelt Spaß

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16. Oktober 2019 - 14:12 Uhr

Die Grundausstattung für Allwetter-Jogger muss verlässlich sein

Mit kurzer Hose und leichtem Shirt spontan eine Runde drehen? Im Sommer ist das kein Problem, im Herbst schon. Denn die Zahl der Sonnenstunden pro Tag sinkt und an manchen Tagen bleibt das Thermometer im einstelligen Temperaturbereich hängen. Wenn es draußen kühler wird, gilt es, die Balance zwischen "zu kalt" und "zu warm" zu finden. Und das ist nicht immer so einfach. Ein guter Tipp vorab: Anziehen nach dem Zwiebelprinzip. Doch es gibt noch mehr zu beachten.

Beim Laufen schön warm bleiben dank Funktionsunterwäsche

Funktionsunterwäsche hält den Körper beim Laufen warm und trocken
Funktionsunterwäsche hält den Körper warm und trocken
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Der Zwiebellook beginnt mit atmungsaktiver, schnell trocknender Funktionsunterwäsche*, die den Schweiß an die darüber liegende Textilschicht abgibt. Sie wird direkt auf der nackten Haut getragen, um diese warm und trocken zu halten. Darüber kommt eine zweite, wärmeisolierende Zwischenschicht. Laufshirt oder Longsleeve aus Fleece* dienen der Wärmeisolierung und transportieren den Schweiß weiter vom Körper weg.

Die dritte Schicht bildet eine Funktionsjacke*, die wasserabweisend und atmungsaktiv ist, um den Luftaustausch zu ermöglichen. Praktisch sind Jacken, die sich zu einer Weste umwandeln lassen. Alternativ können Sie auch eine leichte oder eine wattierte Weste über ihrem Longsleeve tragen. Ziehen Sie lieber zu viel als zu wenig an, denn Ausziehen geht immer. Die Anzahl der Schichten kann natürlich beliebig variiert werden, abhängig von den Witterungsverhältnissen und dem eigenen Temperaturempfinden.

Schuhe mit mehr Profil für einen guten Halt

Gute Beratung ist wichtig bei der Auswahl der Laufschuhe
Lassen Sie sich beim Kauf ihrer Laufschuhe gut beraten
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Sobald es regnerisch, nass und kalt wird, sollte die Laufausrüstung der Jahreszeit angepasst werden. Vor allem der passende Laufschuh ist wichtig, denn nicht nur die ausgeprägtere Dämpfung spielt jetzt eine Rolle. Der Schuh muss zusätzlich die Füße warm und trocken halten und einen optimalen Grip haben. Wechseln Sie deshalb auf ein wasserdichtes, aber atmungsaktives Modell mit starkem, griffigem Profil (Trailrunning-Schuhe* bieten genau das). Damit fällt das Laufen im Matsch, auf nassen rutschigen Wegen und auf Waldboden viel leichter. Sollten Sie ausschließlich auf Asphalt laufen, dann reicht auch eine leichtere Laufschuh-Variante*.

Longtight – im Herbst tragen Läufer lange Hosen

Halblang oder lang: Bei der langen Laufhose scheiden sich die Geister
Je nach Witterung können Sie in einer halblangen oder langen Hose laufen gehen
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Adieu Shorts, willkommen Longtight*. Im Temperaturbereich zwischen 10 und 15 Grad scheiden sich die Geister: Die einen laufen noch mit kurzer Hose und T-Shirt – die anderen greifen zu eine ¾-Tight und einem langärmligen Laufshirt. Bei Wind lieber auf eine lange Hose zurückgreifen und eventuell eine dünne Windjacke oder eine Weste überziehen. Das Material sollte so gewählt sein, dass es Wind und eventuell auch Feuchtigkeit abhalten kann. Mit einem Reißverschluss können Sie reguliert, ob mehr oder weniger Luft an den Körper kommen soll.

Longsleeve – im warmen Laufshirt dem Herbst trotzen

Joggen im Herbst: Gut verpackt bleibt der Körper schön warm
Gut verpackt ist ein Herbstlauf ein Genuss für jeden Läufer
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Longsleeves aus Funktionsfasern sind etwas dicker als die entsprechenden Sommermodelle und innen angeraut oder leicht gefüttert. Funktionsfasern haben im Vergleich zu Fleece den Vorteil, dass sie die Flüssigkeit, die beim Schwitzen entsteht, nach außen leiten – so bleibt die Haut trocken. Das natürliche Material Merino-Wolle wirkt ebenfalls temperaturausgleichend und transportiert genau wie modernes Funktionsmaterial den Schweiß an die Oberfläche.

Die Ärmel der Longsleeves* verfügen häufig über ein kleines Daumen-Schlupfloch. Das ist sehr praktisch, denn so rutschen die Ärmel nicht hoch. In Kombination mit Handschuhen* ist die Haut komplett geschützt und es entsteht keine Lücke an den Handgelenken.

Der Hals wird durch einen Kragen geschützt. Entweder einem kurzen Stehkragen oder einem höheren Kragen mit Reißverschluss. Der Reißverschluss sollte oben mit einer sogenannten Zip-Garage enden. Das verhindert störendes Kratzen auf der empfindlichen Haut.

Mit einer Laufjacke/-weste gut verpackt

Joggen im Herbst: Der Körper sollte beim Laufen nicht auskühlen
Der Körper sollte beim Laufen nicht auskühlen
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Beim Kauf einer Laufjacke oder -weste zählen nicht nur die Optik und der Preis, sondern auch die Wind- und Regenbeständigkeit sowie die Schweißabsorption und die Ventilation. Insbesondere die Winddichtigkeit ist ein Muss, da der Körper ansonsten durch den sogenannten Windchill-Effekt bei niedrigen Temperaturen schneller auskühlt. Daher sollte der Schnitt körperbetont, aber nicht zu eng sein. Die Jacke oder Weste muss genug Platz für ein wärmendes Luftpolster bieten sowie Belüftungsschlitze unter den Armen und am Rücken aufweisen. Wenn Sie oft in den Morgen- oder Abendstunden laufen, dann sind entsprechend gut sichtbare Reflektoren ein weiteres Kaufkriterium für ihre perfekte Jacke.

Handschuhe – bloß nicht auskühlen

Handschuhe aus Funktionsmaterial für den Lauf im Herbst
Handschuhe aus Funktionsmaterial für den Lauf in der kühlen Jahreszeit
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Kalte Hände sind häufig gerade zu Beginn des Trainings ein Problem – nach einigen Kilometern wird es dann durch die stärkere Durchblutung besser. Fürs Laufen im Herbst reicht meist ein dünnes Paar Laufhandschuhe*. Sie bestehen aus speziellen Funktionsmaterialien wie Polyester, Elastan und Polyamid. An richtig kalten Tage mit Temperaturen unter null Grad sollten Sie auf gefütterte Handschuhe zurückgreifen. Grundsätzlich sind Fingerhandschuhe besser geeignet als Fäustlinge, da sie mehr Bewegungsfreiheit, zum Beispiel beim Bedienen des Fitnesstrackers oder Laufarmbandes, bieten. Diese Kriterien sollten Sie beim Kauf von Laufhandschuhen beachten:

  • winddicht
  • wärmend
  • schweißableitend
  • wasserdicht

Mütze: Jetzt gibt’s was auf die Ohren

Beim Laufen werden bis zu 40 Prozent der Körperwärme über den Kopf abgegeben und er hat mit den Schläfen, den Ohren und der Stirn viele empfindliche Stellen, die einem besonderen Schutz bedürfen. Ein guter Grund für eine spezielle Laufmütze* für die oft stürmische und regnerische Herbstzeit, damit das Auskühlen des gesamten Körpers verhindert wird. Im Gegensatz zu normalen Mützen bestehen Laufmützen aus hoch funktionellen Materialien und nicht aus Baumwolle. Auf diese Eigenschaften kommt es beim Kauf einer Laufmütze für den Herbst an:

  • wärmend
  • winddicht
  • atmungsaktiv
  • elastisch
  • schnell trocknend
  • reflektierend (Idealfall)

Socken – kalte Füße sind nichts für Läufer

Lange Socken oder Strümpfe sind im Herbst ideal
Lange und besser gepolsterte Socken oder Strümpfe sind im Herbst ideal
© iStockphoto, Sportpoint74

Laufsocken oder -strümpfe* mit verstärkten Bereichen bieten den Füßen beim Joggen Schutz vor lästigen Blasen und sie sorgen für ein konstantes Fußklima. Im Herbst können Sie, je nach Witterung, wärmere halbhohe oder auch knielange Laufsocken tragen.

Die Socke sollte genau zur Anatomie Ihres Fußes passen und nicht rutschen. Der Schweiß, der vor allem von der Fußsohle abgesondert wird, muss zügig nach außen durchgelassen werden. Deshalb sind Laufsocken nicht aus Baumwolle oder Naturfasern, sondern aus Funktionsgewebe gefertigt und dadurch strapazierfähig und bequem.

Funktionstuch – für alle Fälle ausgerüstet

Ein Schlauchtuch* ist ein extrem nützliches Accessoire für Herbstläufe. An kühlen und insbesondere windigen Tagen kann es als Halstuch, Stirnband oder Mütze getragen werden. Bei sehr kalter Luft, ist das Funktionstuch perfekt, um es immer mal für ein paar Minuten über Mund und Nase zu ziehen – das Gesicht wird dann durch die eigene Atemluft sehr schnell aufgewärmt.

Reflektoren: Sehen und gesehen werden

In viele Laufjacken, -hosen und auch an -schuhen sind bereits Reflektoren eingearbeitet. Zur weiteren Sichtbarkeit und Sicherheit eignen sich reflektierende Klettbänder mit blinkenden LED-Lämpchen*. Sie können zusätzlich an Armen und Beinen abgebracht werden.

Stirnlampe – gut ausgeleuchtet in der Dunkelheit

Stirnlampe beim Laufen: Gesehen und gesehen werden
Sehen und gesehen werden - mit Stirnlampe kein Problem
© Marko Pekic (Marko Pekic (Photographer) - [None], Marko Pekic

Eine gute Stirnlampe muss nicht teuer sein. Und sie hat unter anderem zwei Vorteile: Läufer mit Stirnlampe* werden von Mitmenschen schneller erkannt und leuchten den Weg vor sich aus. Achten Sie auf einen guten Sitz der Stirnlampe – sie sollte weder zu fest noch zu locker sitzen. Viele Modelle lassen sich in ihrer Weite einstellen und an den Kopf anpassen. Neue Stirnlampen-Modelle haben meistens einen Akku, der über ein USB-Kabel aufgeladen wird. Sie sind wasserdicht und sollten, je nach Laufeinsatz, genügend Lichtstärke besitzen.

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