10. Oktober 2016 - 9:48 Uhr

Der große Herbst-Knigge: Wohin mit dem Laub?

Herbstlaub ist für die einen ein absoluter Traum und gehört zur goldenen Jahreszeit einfach dazu, doch für die anderen ist es nichts weiter als eine lästige Begleiterscheinung der Jahreszeit. Wer ist eigentlich für die Laub-Beseitigung zuständig - die Stadt, der Hausbesitzer oder vielleicht der Mieter?

Mann mit Laubsauger bläßt Blätter in die Luft.
Die goldene Jahreszeit bringt nicht nur Freude mit sich - sondern auch Arbeit.
© dpa, A3472 Frank May

Im Grunde gilt für die Entfernung von Herbstlaub die gleiche Regel wie bei Eis und Schnee. Das heißt: Zunächst stehen die Gemeinden in der Pflicht. Doch die übertragen diese Pflicht in der Regel auf die anliegenden Eigentümer. Der Eigentümer kann seine Pflicht aber wiederum auf den Mieter übertragen, so Matthias Meißner, Anwalt für Arbeitsrecht. Und der muss dann auch das Laub der Bäume beseitigen, die ihm gar nicht gehören. Sprich: wenn es von Nachbarbäumen kommt.

Laubbläser außerhalb der Ruhezeiten: Bis zu 5.000 Euro Strafe!

Kommt ein Mieter dieser Pflicht nicht nach, kann es sehr schnell sehr teuer werden. Matthias Meißner nennt ein Beispiel: "Wenn man davon ausgeht, dass eine ältere Dame zu Sturz kommt, können schon erhebliche Regress- und Heilbehandlungskosten im fünfstelligen Bereichen auf den Verpflichteten zukommen." Allerdings gibt es keine strikte Regel, wie oft man das Laub entfernen sollte.

Ein in diesem Zusammenhang häufig auftretendes Problem ist der Lärm durch Gartengeräte. Um Ärger zu vermeiden, sollten Sie sich an die Lärmschutzverordnung (Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung (32. BImSchV) halten. Wenn Sie ein motorbetriebenes Gartengerät benutzen möchten, beachten Sie die geltenden Betriebszeiten. Im Freien dürfen bestimmte Geräte und Maschinen in lärmsensiblen Gebieten nur zu bestimmten Zeiten eingesetzt werden. So ist es zum Beispiel in Wohngebieten grundsätzlich nicht erlaubt, diese Produkte an Sonn- und Feiertagen und in den Nachtstunden von 20 bis 7 Uhr zu betreiben.

Für besonders lästige Maschinen, wie beispielsweise Laubbläser, ist die Betriebszeit in Wohngebieten noch weiter eingeschränkt. Hier darf der Laubsauger nur zwischen 9 und 13 Uhr und zwischen 15 und 19 Uhr verwendet werden. Ein Verstoß gegen diese Ruhezeiten kann bis zu 5.000 Euro kosten und das sind ein paar Blätter doch wirklich nicht wert.