Lassafieber an der Uniklinik Köln: Patient nach Rückkehr aus Afrika gestorben

17. März 2016 - 12:12 Uhr

Wenige Stunden nach Rückkehr aus Afrika gestorben

Ein Patient der Uniklinik Köln ist an dem tropischen Lassa-Fieber gestorben. Nach Angaben des Krankenhauses war der Patient mit der Diagnose Malaria direkt aus Afrika nach Köln überwiesen worden. Wenige Stunden später sei er gestorben, sagte der Sprecher. Am Mittwochnachmittag habe das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin post mortem die Verdachtsdiagnose Lassa-Fieber gestellt. "Daraufhin haben wir umgehend die zuständigen Behörden informiert, mit denen wir derzeit in enger Abstimmung stehen", hieß es.

Das Lassa-Fieber zählt wie Ebola und Dengue-Fieber zu den sogenannten hämorrhagischen Fiebern. Die Lassa-Erreger können Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen auslösen, später sind Hautblutungen, Durchfall und Erbrechen möglich. Die Infektion kann tödlich verlaufen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) müssen Erkrankte strikt isoliert werden.

Lassa tritt in mehreren Ländern Westafrikas auf. In Deutschland kommt die Krankheit nur äußert selten vor, wenn sie durch Reisende aus Afrika eingeschleppt wird. Das RKI zählt bislang - mit Stand Oktober 2011 - für Deutschland nur fünf Krankheitsfälle auf.

Im Jahr 2000 starb in Würzburg eine 23 Jahre alte Studentin, nachdem sie sich bei einer Reise nach Ghana und an die Elfenbeinküste mit Lassa infiziert hatte. Die Klinikabfälle wurden danach unter umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen in einer Sondermüllanlage verbrannt. Kein Virus sollte überleben. Ein an Lassa-Fieber erkrankter Patient in Frankfurt am Main konnte 2006 nach fast drei Monaten die Klinik wieder verlassen. Der Mann hatte vorher als Chirurg in seiner westafrikanischen Heimat gearbeitet.