Laschet und Röttgen

CDU-Politiker üben scharfe Kritik an Donald Trump

06. November 2020 - 9:53 Uhr

Menschen sollten nicht aufgeheizt werden

Noch immer steht kein endgültiges Ergebnis in den USA fest!

Mit Blick auf die die erste Amtszeit von US-Präsident Donald Trump, aber auch bezogen auf die Tweets und Reden Trumps der vergangenen Tage, hat der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen und Kandidat für den CDU-Vorsitz, Armin Laschet, von "sehr ungewöhnlichen" Vorgängen gesprochen.

Gerade die letzte Nacht sei "ein weiterer Tiefpunkt" gewesen. Von einem "bösen Establishment zu sprechen" und vor allem den Vorwurf des Wahlbetrugs so "laut zu sagen, das ist in einem demokratischen System etwas, was das System schwächen kann", sagte Laschet zu RTL/ntv.

Trump habe auch den "Gedanken genährt", dass "eine Wahl, die er nicht gewinnt, eine gefälschte Wahl sein muss", fügte Laschet hinzu und warnte: "Da ist es wichtig, dass ein Präsident potentielle Menschen, die aufgeputscht sind, die vielleicht gewaltbereit sind, nicht noch durch seine Sprache aufheizt. Und ein demokratischer Übergang, wenn Biden gewinnen sollte, ist jetzt das wichtigste, was wir auch hier in Europa erhoffen müssen."

Röttgen: Trump ist bereit "alles in Brand zu setzen"

Auch Norbert Röttgen, ebenfalls Kandidat für den CDU-Vorsitz, kritisierte den US-Präsidenten deutlich: "Er ist bereit, alles zu vergiften und in Brand zu setzen", sagte Röttgen im "Frühstart" von RTL/ntv. Sein Verhalten sei "gefährlich" und "ungeheuerlich".

Trump nutze inzwischen Brandrhetorik. Die Gefahr sei, dass ihn seine Anhänger wörtlich nähmen und meinten, die Demokratie vermeintlich verteidigen zu müssen. "Es war immer klar, wenn es eng wird, wird er an der Legende stricken, ich habe nicht verloren, sondern ich bin betrogen worden."

Röttgen erwartet, dass der US-Präsident nicht einmal eine Niederlage vor Gericht hinnehmen würde. "Er akzeptiert nichts, was Niederlage ist. Er wird auch die Justiz nicht verschonen von seinen Vorwürfen der Parteilichkeit. Es geht immer nur um ihn und darum wird es alle erfassen, die nicht für ihn sind."

Für den Fall einer endgültigen, juristischen Niederlage rechnet Röttgen damit, dass das amerikanische System funktioniere und Trump das Weiße Haus verlassen werde.

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