Kanzlerkandidaten-Frage in der Union weiter ungeklärt

Laschet oder Söder? Wohl doch keine Entscheidung in K-Frage am Sonntag erwartet

Kanzlerkandidatenfrage der Union: Medienberichten zufolge sind Armin Laschet und Markus Söder weiterhin in Gesprächen.
Kanzlerkandidatenfrage der Union: Medienberichten zufolge sind Armin Laschet und Markus Söder weiterhin in Gesprächen.
© dpa, Michael Kappeler, mkx alf pil

18. April 2021 - 15:13 Uhr

Ringen um Entscheidung in K-Frage geht weiter

Wohl doch noch keine Entscheidung in der Kanzlerkandidaten-Frage der Union an diesem Wochenende. Das berichtete die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Informationen aus den Verhandlungslagern von CSU-Chef Markus Söder und CDU-Chef Armin Laschet. Dem Bericht zufolge sollen die beiden möglichen Kanzlerkandidaten weiter im Austausch sein. Nach RTL-Informationen aus CDU-Kreisen sehe es derzeit (Stand Sonntagmittag) wohl nicht nach einer Einigung aus. Derweil wachsen Erwartungen und Befürchtungen um andere Lösungen der K-Frage als eine Verständigung zwischen Söder und Laschet.

Kommentar zu K-Frage in der Union: Kasperletheater statt Kanzlerformat

Abstimmung in der Bundestagsfraktion, Schlichtung oder Mitgliederentscheid?

Die von Laschet und Söder selbst gesetzte Frist für eine Einigung im Machtkampf um die Kanzlerkandidatur läuft an diesem Sonntag ab. Für den Abend hat die Nachwuchsorganisation Junge Union eine Videokonferenz angekündigt, um sich unter den JU-Landesvorsitzenden auf einen gemeinsamen Favoriten zu einigen.

Eine mögliche Lösung der offenen Frage um die Merkel-Nachfolge für den anstehenden Bundestagswahlkampf wäre ein Schlichtungsverfahren, das laut einem "Handelsblatt"-Bericht im Sozialflügel der CDU favorisiert wird. Auf Twitter kommentierte der CDU-Bundestagsabgeordnete Ruprecht Polenz, eine andere Lösung sei ein gemeinsamer, digitaler Mitgliederentscheid von CDU und CSU.

CDU-Außenpolitiker fürchtete hingegen eine Abnahme versöhnlicher Stimmen, wie er auf Twitter erklärte mit dem Ergebnis: "Das alles verkantet und eine Seite setzt unversöhnlich auf Abstimmung in der Fraktion. Dann sind wir aber gespalten."

Hamburger CDU-Chef fordert schnelle Entscheidung

Eine Stimme in genau diese Richtung kam am Sonntag aus Hamburg: Der dortige CDU-Chef Christoph Ploß drängt auf eine schnelle Entscheidung in der Frage um die Kanzlerkandidatur der Union. "Ich erwarte von den Parteivorsitzenden, dass sie bis morgen eine gemeinsame Lösung präsentieren", sagte Ploß der "Rheinischen Post".

Sollte es zum Wochenstart keine Entscheidung zwischen dem bayerischen und dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten geben, müsse die Bundestagsfraktion als einziges gemeinsames Gremium von CSU und CDU entscheiden. "Falls es auch am Dienstag in der Fraktion zu keiner Einigung kommt, wird die Hamburger CDU vorangehen und sich bei der K-Frage positionieren", so der 35 Jahre alte Bundestagsabgeordnete Ploß, der bei der Wahl im September erneut kandidiert.

CDU: Mohring und Linnemann warnen vor Kampfabstimmung

Der stellvertretende Vorsitzende der Unions-Bundestagsfraktion, Carsten Linnemann, warnte eindringlich vor einer Kampfabstimmung. "Was wir jetzt brauchen ist eine gemeinsame Lösung und keine Kampfabstimmung in der Fraktion", sagte der CDU-Politiker der Funke-Mediengruppe. "Ansonsten drohen Gräben aufgerissen zu werden, die sich nur schwer wieder zuschütten lassen." Zuvor hatte bereits das CDU-Bundesvorstandsmitglied Mike Mohring gegenüber Reuters vor einer dauerhaften Spaltung der Union gewarnt.

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