Lara (4) durch Ärztefehler schwer behindert – Medizinerin zeigt auch nach Verurteilung keine Reue

18. Januar 2018 - 20:10 Uhr

"Seitdem das passiert ist hatten wir keine Glücksgefühle mehr"

"Meine Tochter kann nicht alleine trinken, sie kann nicht alleine essen, sie kann nichts", sagt Laras Mutter Tanja Zinkann. Die Vierjährige ist seit ihrer Geburt schwer behindert - wegen eines Ärztefehlers. Das Amtsgericht Hagen hat die verantwortliche Medizinerin jetzt wegen fahrlässiger Körperverletzung verurteilt. Doch ihr Verhalten im Prozess macht die Eltern - und sogar den Richter - fassungslos.

Lara erlitt mehrere Gehirnblutungen

Oberärztin Eva-Maria F.  - Lara (4) durch Ärztefehler schwer behindert
Oberärztin Eva-Maria F. (links) nach dem Urteil im Amtsgericht Hagen.

Zunächst verläuft die Schwangerschaft von Tanja Zinkann ganz normal. Aber dann wird bei einer Routineuntersuchung im evangelischen Krankenhaus in Hagen festgestellt, dass sie zu wenig Fruchtwasser hat. Die leitende Oberärztin Eva-Maria F. gibt ihr das Medikament Gelafundin. Ein zulässiges Mittel, das Schwangeren aber nur in lebensbedrohlichen Notfällen verabreicht werden darf. Das war hier nicht der Fall.

Die Patientin erleidet einen Herzstillstand, muss wiederbelebt werden. Die Ärzte holen Lara per Notkaiserschnitt in der 30. Schwangerschaftswoche auf die Welt. Sie erleidet mehrere Gehirnblutungen und ist schwer behindert. "Seitdem das passiert ist hatten wir keine Glücksgefühle mehr", sagen die Zinkanns. Sie kämpfen seither für Gerechtigkeit. Denn sie sind sicher: Es war Ärztepfusch.

Lara behindert, weil Ärztin gedanklich schon im Feierabend war?

 Lara (4) durch Ärztefehler schwer behindert
Trotz ihrer Behinderungen ist Lara ein glückliches Mädchen, sagt ihre Mutter Tanja Zinkann.

Am Amtsgericht Hagen sah man das genauso und verurteilte die Oberärztin wegen fahrlässiger Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 19.200 Euro. Der Richter erhöhte die Strafe sogar und zeigte Unverständnis für das Verhalten der Ärztin - warum und wie sie auf unsere Nachfrage reagierte, sehen Sie im Video.

Die Klinik wollte mit dem Hinweis auf das laufende Verfahren keine Stellungnahme abgeben. Eva-Maria F. darf vorerst weiter praktizieren. Dagegen wollen Laras Eltern jetzt vorgehen.

Laut einer Studie ist die Zahl der Behandlungsfehler gestiegen. Jeder vierte Verdacht ist berechtigt. Welche Rechte Sie als Patient haben, haben wir hier für Sie zusammengefasst.

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