RTL News>

Laptops und Schüler-Flatrate: Das sind die Ergebnisse des Schulgipfels

Treffen im Kanzleramt

Laptops und Schüler-Flatrate: Das sind die Ergebnisse des Schulgipfels

Dicke Finanzspritze vom Bund

Deutschlands Schulen sollen so schnell wie möglich digitaler unterrichten - und der Bund will den Ländern dabei helfen. Nicht nur wegen Corona, Quarantäne und Home-Schooling. Das hat am Abend der Schulgipfel im Kanzleramt vereinbart. Der erste Schritt: Noch in diesem Jahr sollen alle Lehrer einen Dienst-Laptop erhalten. Aber dabei soll es nicht bleiben.

Die Corona-Krise zwingt die Länder zu mehr Zusammenarbeit in Bildungsfragen. Bei einem Treffen im Kanzleramt wurde nun über Schritte zur Digitalisierung der Schulen beraten. Am Ende standen zwar ein paar beeindruckende Zahlen - aber neu waren diese nicht. Nach dem „Schulgipfel“ im Kanzleramt zeigen sich Teilnehmer zufrieden.

„Die Länder erkennen immer stärker, dass der Bund mit seiner enormen Finanzkraft Dinge voranbringt, die wir alleine vermutlich in der doppelten Zeit in den Ländern nicht hätten auf den Weg bekommen können“, sagte Hamburgs Bildungssenator Ties Rabe (SPD). Kritik kam dagegen vom Verband Bildung und Erziehung und von der FDP, die nach dem Gipfel von „Absichtserklärungen“ und „Kosmetik“ sprachen.

Aber was wurde beschlossen?

+++ Alle aktuellen Infos zum Thema Corona jederzeit im Liveticker +++

Im Video-Interview: Bildungsministerin Anja Karliczek im Interview

Ein wichtiges Thema in den Schulen ist der Infektions-Schutz, gerade auch jetzt zur kälteren Jahreszeit. Die Schulen sind in puncto Lüftungs-Hygiene kaum besser ausgestattet als vor der Pandemie. Nicht mal Stoßlüften ist in jedem Klassenzimmer möglich. Sind die letzten Monate viel zu wenig für technische Verbesserungen genutzt worden?

VIDEO: Wo waren die größten Baustellen beim Gipfel?

Unsere Reporterin Franca Lehfeldt hat Details vom Gipfel: Wo lagen die großen Baustellen? Wo hakte es beim Gipfel? Mehr dazu im Video.

Anzeige:

Empfehlungen unserer Partner

Dienstlaptops für Lehrer

Bildungsgewerkschaften hatten beim Thema Dienstlaptops für Lehrer Druck gemacht, weil viele für Fernunterricht in der Corona-Krise ihre Privatrechner nutzen mussten. Bei einem Treffen im August war im Kanzleramt schließlich grundsätzlich vereinbart worden, Dienstlaptops für die 800.000 Lehrer in Deutschland anzuschaffen.

Der Bund macht nun die dafür veranschlagten 500 Millionen Euro schneller als geplant locker. Kritiker hatten darauf verwiesen, dass es in manchen Haushalten keinen Computer gibt und Lehrer bei Nutzung ihrer Privatrechner Gefahr laufen, gegen Datenschutzbestimmungen zu verstoßen, wenn sie darauf sensible Schülerdaten wie Noten, Zeugnisse und andere Bewertungen speichern.

Geld für Administratoren an den Schulen

HANDOUT - 21.09.2020, Berlin: Bundeskanzlerin Angela Merkel (M) trifft sich mit Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (hinten, 2.v.l, beide CDU), der SPD-Vorsitzenden Saskia Esken (hinten, r) und den Kultusministern der Bundesländer, um über die La
Die Corona-Krise zwingt die Länder zu mehr Zusammenarbeit in Bildungsfragen. Bei einem Treffen im Kanzleramt wurde nun über Schritte zur Digitalisierung der Schulen beraten.
htf, dpa, Jesco Denzel

Bekräftigt wurde außerdem, dass sich der Bund mit 500 Millionen Euro an den Kosten zur Ausbildung und Finanzierung von IT-Administratoren beteiligen will, die sich um die Technik an den Schulen kümmern sollen.

Zudem wurde der Aufbau einer bundesweiten Bildungsplattform und sogenannter digitaler Kompetenzzentren verabredet, in denen Lehrer für die Arbeit mit digitalen Unterrichtsmitteln weitergebildet werden sollen. Dies hatten Union und SPD allerdings auch schon bei ihrem Koalitionstreffen Ende August vereinbart. Die genaue Ausgestaltung ist noch offen.

Schüler-Flatrate für alle - für bedürftige Schüler kostenlos

Datenschutz an Schulen
Schüler sollen eine 10-Euro-Flatrate bekommen, bedürftige Schüler sollen nichts zahlen müssen.
deutsche presse agentur

Fortschritte gibt es nach Angaben von Bildungsministerin Karliczek beim Thema Daten-Flatrate für Schüler - ebenfalls ein Thema, das im vergangenen Monat bereits angeschoben wurde. Sie habe mit einigen Telekommunikationsanbietern gesprochen, andere hätten sich dem nun angeschlossen, „so dass es eine Flatrate geben soll, für alle Schüler, einen Datentarif für zehn Euro pro Monat“, sagte Karliczek. Für bedürftige Schüler soll der Tarif kostenlos sein, finanziert aus dem sogenannten Bildungs- und Teilhabepaket für Familien mit geringem Einkommen. Weitere Einzelheiten sind noch nicht bekannt.

Einig waren sich alle Teilnehmer, dass man komplette Schulschließungen im Herbst und Winter vermeiden wolle, so forderten viele Länder nach RTL-Informationen auch, die Quarantäne von Schülern, Klassen und Schulen zu verkürzen. Über die Quarantäne-Regelungen solle am auf dem Bund-Länder-Gipfel am 29.09. gesprochen werden.

Eine weitere Maßnahme, die nun wichtig sei: Das Lüften!

Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin und Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, Stefanie Hubig (SPD, will am Mittwoch mit Experten zum Thema Lüftungshygiene sprechen, „um auf Grundlage wissenschaftlicher Expertise beraten zu können“. Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hatte das Thema Lüften als „zentral“ bezeichnet, um erneute flächendeckende Schulschließungen zu verhindern.

Noch mehr Politik-News in unserer Videoplaylist

​Spannende Hintergrund-Reportagen zu gesellschaftspolitischen Themen wie Gesundheit, Schule oder natürlich auch zu aktuellen Corona-Maßnahmen, sowie interessante Interviews mit Politikern – das alles finden Sie in unserer Video-Playlist.

Playlist: 30 Videos

Politiker-Interviews im "Frühstart"

In der Interview-Reihe "Frühstart" treffen wir täglich spannende Gesprächspartner aus der Politik. In unserer Videoplaylist können Sie sich die Video-Interviews ansehen.

Playlist: 30 Videos