Tiere, die in der Saure-Gurken-Zeit zu Stars wurden

Laptop-Sau, Problembär Bruno und Kaiman Sammy - was wären wir ohne Sommertiere?

15. August 2020 - 17:41 Uhr

Willkommene Begleiter durch das Sommerlich

Das Sommerloch ist für Journalisten seit Generationen ein unwillkommener Begleiter, bedeutet es doch Themenarmut und die bisweilen verzweifelte Suche nach Meldungen. Umso schöner, dass es immer wieder Begleiter aus dem Tierreich gibt, die der Medienzunft beistehen und mit Kapriolen zu Aufmerksamkeit verhelfe. Wie unlängst die diebische Wildsau von Berlin. Im Video sehen Sie die "Top Sieben" der berühmtesten Sommertiere!

Känguru Skippy
Das Känguru "Skippy" springt an einem Weidezaun entlang. Foto: Wilhelm Figge/Archiv
© deutsche presse agentur

2020: Die Wildsau vom Teufelssee

Rund um die Welt lachen sich Facebook-Nutzer schlapp über Bilder von dem Berliner See. Ein nackter Mann rennt einem Wildschwein hinterher, das seine gelbe Tüte geklaut hat. Darin soll sich ein Laptop befunden haben. Der Schwarzkittel kommt vorerst fürs Erste vermutlich ungestraft davon. Es sei die falsche Jahreszeit, so die Behörden.

2019: Die Monokel-Kobra von Herne

In einem Treppenhaus in Herne entdeckt eine Bewohnerin eine Giftschlange mit etwa 1,60 Meter Länge. Fast eine Augustwoche lang versteckt sich die Kobra im Häuserblock. Die 30 Bewohner müssen ihre Wohnungen verlassen. Beim mutmaßlichen Besitzer werden 21 weitere Schlangen entdeckt. Die Kobra wird dann bei Mäharbeiten hinter dem Haus aufgeschreckt und wieder eingefangen.

2015: Skippy, das (Busch-)Känguru

Das exotische Beuteltier hüpft im Sommer des Jahres 2015 kreuz und quer durchs Sauerland - bis es schließlich von einem Weidezaun am Diemelsee in Nordhessen gestoppt wird. Bei einer Züchterfamilie findet Skippy schließlich ein neues Zuhause.

ARCHIV - Das Foto zeigt den Braunbären «JJ1», auch bekannt als «Problembär Bruno», aufgenommen vom Hüttenwirt der Gehrenalpe bei Reutte in Tirol in Österreich (Archivfoto vom 19.05.2006). Der Problembär, der Schafe riss, wurde später erschossen. Auch
Braunbär "JJ1", auch bekannt als "Problembär Bruno", aufgenommen vom Hüttenwirt der Gehrenalpe bei Reutte in Tirol in Österreich
© dpa, Manfred Sprenger

2006: Petra, der schwarze Schwan vom Aasee

Was für ein schräger Vogel! Auf dem Aasee in Münster erregt eine schwarze Schwanenlady 2006 mit einer ganz besonderen Lovestory Aufsehen. Petras Auserwählter: ein Tretboot in Schwanengestalt, dem sie wochenlang nicht von der Seite weicht. Ein Happy End gibt's dann aber doch noch: In einer Pflegestation findet Petra schließlich einen Partner, der besser zu ihr passt.

2006: "Problembär" Bruno

Zugewandert aus Tirol, stapft er 2006 durch die bayerischen Wälder - bis ihm sein Appetit auf Schafe zum Verhängnis wird. Um sie zu erbeuten, kommt er Siedlungen zu nahe - und wird zum Abschuss freigegeben. Tierschützer laufen Sturm, das Schicksal des Braunbären schafft es bis in die "New York Times".

Brillenkaiman Sammy begutachtet am 23.7.1997 sein "Luxusappartment" im sächsischen Exil: Seit ein paar Tagen tummelt sich der Alligator im Zoo von Falkenstein (Vogtland) in einer neuen Behausung. Sie ist 20 Quadratmeter groß und verfügt mit Swimmingp
Kaiman Sammy bezieht "Luxusappartment" in Falkenstein
© dpa, Z1016 Wolfgang Thieme

2001: Kuno, der "Killer-Wels" aus Mönchengladbach

Der riesige Fisch soll einen Dackelwelpen vom Ufer eines Weihers ins Wasser gezerrt und verschlungen haben. Ob sich das genau so abgespielt hat, bleibt unklar. Dennoch geht die Story um die Welt. Viele Angler versuchen, den Wels zu ergattern. Vergeblich. Als zwei Jahre später ein 1,50 Meter großer Wels im See tot gefunden wird, wird der mutmaßliche "Kuno" ausgestopft und im Museum ausgestellt.

1994: Alligator Sammy.

Der ausgebüxte Brillenkaiman wird international zum Medienstar: Im Juli 1994 macht sein damaliger Besitzer mit ihm einen Ausflug an einen Baggersee bei Dormagen südlich von Düsseldorf. Sammy nutzt die Gelegenheit, reißt sich von seiner Leine los und verschwindet. Tagelang hält seine Flucht Polizei, Feuerwehr und Medien in Atem. Aus Furcht vor dem 80 Zentimeter langen Reptil mit den messerscharfen Zähnen bleibt der idyllische Badesee in jenem heißen Sommer tagelang gesperrt.